Was zum Geier ist ein mobiles Endgerät?

05.02.2015  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Fabian Pfütze

Amadeus Blog: Wenn wir mit Kunden über Apps und andere mobile Lösungen sprechen, kommt irgendwann die Frage: Was ist eigentlich ein mobiles Endgerät? Oder, ganz konkret: Ist ein Tablet-Computer ein „mobile device“?

Sagen Sie nicht, das sei eine praxisferne Spitzfindigkeit. Schließlich müssen Amadeus Germany wie auch pixell festlegen, für welche Geräte wir unsere mobilen Anwendungen entwerfen und entwickeln.

Auf der Hand liegt die Antwort aber auch nicht. Tablets räkeln sich zwischen Smartphones (das sind ganz sicher mobile Endgeräte) und Notebooks (ganz sicher keine, sondern tragbare PCs). Und sie räkeln sich in beide Richtungen: Ein Tablet mit Tastatur wie das „Microsoft Surface“ ist von einem Notebook-PC mit Touchscreen-Funktion kaum noch zu unterscheiden. Kleine Tablets wiederum sind inzwischen fast so umfangreich wie große Smartphones – es gibt für diese Zwischengröße sogar das Kunstwort „Phablet“.

Was also ist ein mobiles Endgerät? Meiner Meinung nach ein Gerät, das folgende vier Dinge von sich behaupten kann:

  • Die Nutzer haben es ständig dabei
  • Es passt in eine Tasche, in der es immer griffbereit ist
  • Es besitzt Kameras und Sensoren
  • Es verfügt über geolokalisierte Dienste und kann Push-Nachrichten empfangen

Tablet-Computer müssen bei den ersten beiden Punkten häufig passen. Tablets passen nicht in gängige Hosen- und Jackentaschen, sie stecken eher in Mappen und Rucksäcken, also den entscheidenden Griff von „immer zur Hand“ entfernt. Das gilt auch für „Phablets“ – statt beherzt neue Lösungen zu schneidern, drücken sich Hosenhersteller auf der ganzen Welt gegenwärtig um das Problem, dass diese Geräte nicht mehr in gängige Hosentaschen passen. Ich wette, Sie haben im sommerlichen Freibad eine Menge Smartphones, aber kaum Phablets und kein Tablet gesehen.

Mit diesen Argumenten habe ich in den Diskussionen meist die besseren Karten – und die werfe ich dann gleich weg. In der Entwicklung von Apps kommt es auf die Entscheidung zwischen einem mobilen Endgerät und einem lediglich tragbaren Rechner gar nicht an. In der Zeit des Omnichannel wollen die Nutzer ihre Apps nämlich über die Gerätegrenzen hinweg nutzen.

Anders gesagt: Apps müssen auf allen Arten von Geräten funktionieren. Auf Notebook-PCs, die üblicherweise am Schreibtisch genutzt werden und die längere Texteingaben und das Ausfüllen von Formularen erlauben. Auf Tablet-Rechnern, die sich für kurze Eingaben und das Surfen zum Beispiel auf der Couch eignen. Und auf Smartphones, wo sich vor allem Unterwegs-Informationen und kurze Eingaben gut machen, beispielsweise Bewertungen.

Ein und dieselbe Anwendung kann und sollte daher auf verschiedenen Geräten unterschiedliche Dinge in den Vordergrund stellen. Sie sollte sich den Kontexten von „unterwegs“ bis „am Schreibtisch“ angepasst verhalten und jeweils relevante Inhalte – optimiert für die jeweilige Bildschirmgröße – darstellen. Darin liegt die zentrale Herausforderung gegenwärtiger App-Entwicklung.

Und zugegeben: Vor diesem Hintergrund ist die Frage, ob ein Tablet-Rechner ein mobiles Endgerät ist oder nicht, tatsächlich nur eine Spitzfindigkeit.

Über den Autor

Fabian Pfütze und Ralf Siewert leiten das Amadeus Mobile Competence Center in Bad Homburg und Bonn. Fabian Pfütze ist seit 2011 für Amadeus Germany als Unit Manager tätig und leitet…
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