Willkommen in einer Welt des Aufbruchs

24.10.2017  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Monika Wiederhold

Amadeus Blog: Amadeus Germany Chefin Monika Wiederhold mag Innovationen. Hier sagt sie, warum Amadeus auch nach 30 erfolgreichen Jahren wieder an einem Anfang steht.

Mein erster Beruf war nicht Managerin, sondern Mathematikerin. Buchungs- und Flugdaten bildeten bei der Lufthansa die Grundlage für Simulationen und Analysen zur Vertriebsunterstützung und Flugplanoptimierung. Damals stießen wir oft an Grenzen, weil die Datenbasis nicht groß genug war oder die Rechenleistung geringer als das, was heute jedes Smartphone kann.

Das hat sich gründlich geändert. Das Amadeus Rechenzentrum in Erding zum Beispiel speichert 49 Petabyte Daten (das sind 10 hoch 15 Byte) und verarbeitet in Spitzenzeiten 55.000 Transaktionen pro Sekunde und 3,9 Millionen Reisebuchungen pro Tag. Dazu kommt, dass moderne webbasierte Technik heute selbst komplexe Software-as-a-Service-Anwendungen wie die Amadeus Selling Platform Connect laufen lässt wie ein Desktop-Programm.

Der technologische Durchbruch ist überall spürbar.

Mit diesem Durchbruch meine ich die Kombination aus großer Speicherkapazität und der Fähigkeit, die Inhalte blitzschnell auf immer neue Weise zu erschließen. Wir haben unter Stichwörtern wie „Virtual Reality“ und „Big Data“ schon eine große Zahl an Neuerungen erlebt. Und es geht weiter. Apple-Chef Tim Cook stellte vor ein paar Wochen Emojis vor, die per Kamerafoto die Gesichtszüge des Nutzers annehmen – eine eher unbeholfene Demonstration dessen, was die neuen iPhones alles können. „Spiegel-Online“-Kolumnist Sascha Lobo sieht die wahre Innovation denn auch weniger in den Geräten selbst als in den neuen Virtual- und Mixed-Reality-Anwendungen, die Bewegungen der Nutzer im Raum erkennen und verstehen.

Gleichzeitig lassen zum Beispiel Deep-Learning-Algorithmen die Computer lernen – Amadeus hat mit TravelCast eine Anwendung entwickelt, die Landschaften und Stadtansichten in Videos erkennt und automatisch Reiseangebote dorthin einspielt. Alexa Skill for CheckMyTrip ermöglicht es, Reiseinformationen aus unserer Reise-App über Alexa abzufragen. Und ein Prototyp des Konzernunternehmens Navitaire erlaubt bereits die vollständige Reisebuchung einschließlich Kreditkartenzahlung in der virtuellen Welt – bisher einmalig. Alles zusammengedacht, und wir sind schon bald bei der Reisebuchung über Stimmschnittstelle. Die Chatbot-Lösungen, die das Amadeus Mobile Competence Center in Bad Homburg gegenwärtig entwickelt, gehen in genau dieselbe Richtung.

Amadeus hat in den vergangenen 30 Jahren eine unglaubliche Menge erreicht und – gemeinsam mit anderen – die Grundlage dafür gelegt, dass Reisen ein allgemein verfügbares Gut geworden sind. Trotzdem denke ich, dass wir auf gewisse Weise immer noch erst am Anfang eines neuen technologischen Zeitalters stehen. Bei Amadeus summt und brodelt es nur so vor Ideen: Oft fühle ich mich nicht wie in einem weltweiten Konzern, sondern wie in einem Start-up.

Und so bin ich  überzeugt, dass wir uns in 30 Jahren an die 2010er-Jahre als an eine Zeit des Aufbruchs  erinnern werden.

Über den Autor

Monika Wiederhold ist seit April 2017 Vorsitzende der Geschäftsführung der Amadeus Germany GmbH mit unternehmerischer Gesamtverantwortung für die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz. Seit Mai 2018 ist sie zudem als…
Mehr über den Autor

Schreiben Sie einen Kommentar