Wichtige Richtlinien 2018

12.01.2018

EUPRRL, DSGVO, ZAG und IDD - Abkürzungen für Richtlinien, die in diesem Jahr Auswirkungen beim Vertrieb von Reisen haben werden. Die EU-Pauschalreise-Richtlinie, die Datenschutz-Grundverordnung, die Zahlungsdienste-Richtlinie und die Versicherungsvertriebs-Richtlinie sind die Ursache für einige Veränderungen in den Vertriebssystemen, die zu Beginn dieses Jahres umgesetzt werden müssen.

Das kommt dieses Jahr auf Sie zu

2018 treten einige neue und angepasste europäische Rechtsnormen in Kraft, die den Vertrieb von Reisen berühren und damit Veränderungen in den Geschäftsprozessen nach sich ziehen. Diese neuen Rechtsnormen stellen wir Ihnen hier einmal gebündelt vor. So haben Sie einen guten Überblick über die gesetzlichen Änderungen und die daraus resultierenden Anpassungen, die von unseren Entwicklern vorgenommen werden müssen.

Zahlungsdienste-Richtlinie

Wir beginnen mit der Zahlungsdienste-Richtlinie: Der Bundestag hat am 1. Juni 2017 das Gesetz zur Umsetzung der Zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie beschlossen. Mit dem Gesetz wird u.a. das Zahlungsdienste-Aufsichtsgesetz (ZAG) komplett überarbeitet und neu gefasst.

Danach dürfen ab 13. Januar 2018 keine Gebühren mehr für Zahlungen mit den Kreditkarten MasterCard und Visa sowie für SEPA-Lastschrift und Rechnung/Überweisung erhoben werden. 2019 werden weitere Änderungen folgen, wie die starke Kunden-Authentifizierung bei Kreditkartenzahlungen, also die Einführung von 3DSecure-Mechanismen bei Kreditkarten-Zahlungen.

Versicherungsvertriebs-Richtlinie

Die zweite neue Verordnung des kommenden Jahres ist die Insurance Distribution Directive (IDD, deutsch: Versicherungsvertriebs-Richtlinie), die am 23. Februar 2018 in Kraft tritt und in der Touristikbranche die Reiseversicherer betrifft. Ähnlich wie die Pauschalreise-Richtlinie stellt sie unter anderem höhere Anforderungen an die Information des Kunden am Point of Sale vor Vertragsabschluss. So ist der Kunde vor Vertragsschluss über sämtliche Vergütungen im Rahmen der Versicherungsleistung zu informieren, so dass die 3rd-Party-Anbieter und die datenverarbeitenden Systeme mehr Informationen austauschen müssen als bisher.

Datenschutz-Grundverordnung

Als drittes tritt am 25. Mai 2018 die General Data Protection Regulation (deutsch: Datenschutz-Grundverordnung, DSGVO) in Kraft – diese betrifft nicht nur touristische Unternehmen, sondern sämtliche Firmen, die personenbezogene Daten verarbeiten. Die Verordnung befasst sich mit Themen, die bisher auch schon im Bundesdatenschutzgesetz geregelt wurden. Sie verschärft vor allem die Dokumentations- und Auskunftspflichten – und sieht Sanktionen vor. So müssen Firmen bei Verstößen mit hohen Bußgeldern rechnen und sie müssen sorgfältig dokumentieren, dass sie die DSGVO einhalten.

Pauschalreise-Richtlinie

Am längsten in der Reisebranche diskutiert wurde die europaweite Package Travel Directive, die vom deutschen Bundestag als Drittes Gesetz zur Änderung reiserechtlicher Vorschriften – allgemein eher bekannt als Pauschalreise-Richtlinie (EUPRRL) – Mitte 2017 verabschiedet wurde und am 1. Juli 2018 in Kraft treten wird. Sie betrifft sämtliche Partner in der Distribution von Reisen, vom Veranstalter über die Anbieter von IT-Systemen bis hin zu den stationären und Online-Reisebüros. Auch hier bestehen unter anderem erweiterte vorvertragliche Informationspflichten gegenüber dem Kunden, die ebenfalls neue Anforderungen an die datenverarbeitenden Systeme stellen.

Gemeinsam ist diesen Rechtsnormen, dass der Kunde zukünftig nicht nur umfassend(er) informiert werden muss, sondern auch immer seine Kenntnisnahme dokumentiert werden muss bzw. der Kunde der weiteren Verarbeitung der Daten zustimmen muss.

Zu allen notwendigen Anpassungen des Traveltainment Systems bzw. der unterschiedlichen Frontends informieren wir Sie regelmäßig.

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