Weihnachtsfeier als Online-Vergnügen?

19.12.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Jens de Veer

Amadeus Blog: In einem internationalen Amadeus Team hat sich die Tradition einer virtuellen Weihnachtsfeier etabliert. Ist das nun gut oder schlecht? Fortschrittlich oder nerdig? Egal – es macht vor allem Spaß.

Morgen feiern die Personaler der Amadeus Region Zentral- und Osteuropa (CESE) wieder Weihnachten vor dem Bildschirm. Schon zum dritten Mal dient unser Videokonferenz-System nicht dem Austausch von Präsentationen und Strategien, sondern dem zwischenmenschlichen Spaß.

Die acht Kolleginnen und Kollegen sitzen in Moskau, Kiew, Warschau, Istanbul, Madrid und Bad Homburg. Sie arbeiten jeden Tag über die üblichen Kanäle zusammen und treffen sich regelmäßig auf den üblichen Konferenzen. Alle feiern den Jahreswechsel mit den üblichen stimmungsvollen Ritualen an ihren Standorten mit den dortigen Kollegen. Für eine gemeinsame Weihnachtsfeier als Team reicht das Reisebudget nicht. Also treffen sie sich virtuell.

„Habe ich richtig gehört? Virtuell?“ So ging es mir, als ich zum ersten Mal eine Einladung bekam. Aber es funktioniert. Als ich voriges Jahr eingeladen war und mittendrin dazustieß, kam ich mir vor wie jemand, der in eine rauschende Party platzt. Die Kollegen saßen mit Nikolausmützen vor den Webcams und beschenkten sich gerade. Dabei ging es nicht um echte, sondern um symbolische Güter oder Gutscheine. Sie sollten einfach zeigen, dass man den anderen kennt und sich Gedanken darüber gemacht hat, was ihm oder ihr gefallen könnte. Es folgten ein „Fun Video Contest“ und ein „Who’s Who Contest“, ein Ratespiel auf der Grundlage alter Fotos – also Dinge, die sich online genauso gut aufziehen lassen wie stationär. Die Stimmung war grandios, und zwar unterschiedslos bei den Digital Natives wie bei den etwas älteren Semestern.

Ist eine virtuelle Weihnachtsfeier nun eine gute oder eine schlechte Idee? Zeugt sie von der gnadenlosen Technisierung der Traditionen oder von Innovation und Anpassungsfähigkeit? Ich glaube, die Frage stellt sich gar nicht.

Es ist einfach die praktischste Lösung. Die acht bilden eine eng zusammen arbeitende Abteilung, an ihren Standorten sind sie allerdings in ihrem Fachgebiet alleine oder zu zweit. Also schalten sie das Konferenzsystem ein. Es geht nicht darum, Traditionen zu ersetzen, denn die Feier würde sonst ja gar nicht stattfinden. Sondern es geht darum, neue Formen zu finden.

Außerdem ist diese Feier der beste Beweis dafür, dass die Kommunikation in unserem multinationalen Konzern funktioniert. Denn wenn man mit unserem System feiern kann – sich also alle Beteiligten zwei oder drei Stunden lang ausgelassen wohl fühlen – dann muss ich mir endgültig keine Sorgen mehr machen, wenn ich die internationalen Videokonferenzen einberufe, die bei uns gang und gäbe sind. Mit Vorträgen, Break-out-Sessions in virtuellen Nebenräumen und allem Drum und Dran. Im virtuellen Raum kann man sich genauso wohlfühlen wie von Angesicht zu Angesicht. Wir reisen auch so genug.

Zur morgigen CESE-Weihnachtsfeier bin ich wieder eingeladen. Ich soll der Organisatorin vorher Lieblingsbuch, Lieblingssong und Lieblingsfilm nennen und außerdem zwei Wahrheiten und eine Lüge über mich mitteilen. Oha.

Das wird toll. Wenn Sie mir nicht glauben – fragen Sie Mitte der Woche nach.

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Jens de Veer ist Wirtschaftsingenieur und hat in Berlin und USA studiert. Bevor er seiner Passion für die HR Themen folgte und in der Personalentwicklung bei Lufthansa startete, war er…
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