Was steht an 2019? Einiges.

17.01.2019  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Dr. Oliver Rengelshausen

Amadeus Blog: Der Verband Internet Reisevertrieb hat Oliver Rengelshausen neulich gefragt, vor welchen Herausforderungen die Reisebranche 2019 steht. Hier sind seine Antworten im Extended Remix.

Bitte halten Sie mich nicht für einfallslos – aber zu den größten Herausforderungen für 2019 zählen erneut die Digitalisierung und die Individualisierung von Reiseangeboten. Das per se digitale Thema Mobile ist noch lange nicht ausgereizt, und Amadeus und Traveltainment wie die ganze Branche arbeiten wie schon in den Vorjahren konsequent daran, einzelne Angebote und Services sowie interne Prozesse stärker digital zu gestalten. Die klassischen Ziele: Umsätze steigern und Kosten senken. Die Herausforderung liegt im sinnvollen und zielgerichteten Einsatz von Technologie. Als jüngeres Beispiel aus unserem Haus nenne ich Boost, unsere gemeinsam mit Interactive Pioneers Travel entwickelte Lösung zur Sortierung von Angeboten in Traveltainment Bistro Portal und der Traveltainment IBE.

Zur Digitalisierung gehört die Individualisierung, also ein immer stärkerer Kontextbezug zur Vereinfachung aller Kundenprozesse. Es wird einfach erwartet, dass die Angebote passen, dass sie jetzt passen und leicht nutzbar, also zum angegebenen Preis buchbar sind. Die Digital Natives (Generationen Y + Z), die bald die größte Kaufkraft besitzen werden, stellen ganz neue Anforderungen. Zusätzliche Herausforderungen liefern die Grenzen, die die Europäische Datenschutzgrundverordnung setzt.

Ein sinnvoller und zielgerichteter Einsatz von Technologie ist die Entwicklung ausgefeilter virtueller Assistenten, idealerweise kombiniert mit der Steuerung über gesprochene Sprache. Sprache ist nun einmal die einfachste, intuitivste – ja, die natürlichste Schnittstelle. Die Herausforderung besteht darin, die Interaktion mit Voice Bots tatsächlich so natürlich wie möglich zu gestalten und die Fehler auf ein Minimum zu reduzieren.

Gleichzeitig werden alle Kanäle zunehmend miteinander vernetzt. Das gilt sowohl zwischen Anbietern (Trend fort von sogenannten Silos) als auch zwischen technologischen Systemen, das gilt für das Internet of Things wie auch für smarte Verkehrsträger. Reisende brauchen eine Digital Traveler Identity, und wir alle eine sichere gemeinsame Nutzung und Verarbeitung von Kundendaten während der gesamten Kundenprozesse.

Außerhalb der Travel Technology rückt 2019 die ökologische und politische Situation noch stärker in den Vordergrund: Der Klimawandel mit Hitzewellen, lokalen Unwettern und Flut- oder Dürrekatastrophen war 2018 auch in Deutschland spürbar und wird das Reiseverhalten ändern, und damit meine ich nicht nur den eingeschränkten Flusskreuzfahrt-Betrieb auf dem Rhein. Auch protektionistische Politik trägt das Ihre dazu bei: Ich kenne Leute, die kurz vor Weihnachten kurzentschlossen zum Shoppen nach London geflogen sind, weil sie nicht wissen, ob das nach dem Brexit noch so einfach möglich ist.

Und dann ist da noch die Umsetzung der EU-Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD2) mit ihren Anforderung der Strong Customer Authentication. Dazu hat Sascha Nau bereits öffentlich geseufzt und die Branche zur Zusammenarbeit eingeladen.

2019 wird zudem ein Jahr sein, in dem Traveltainment mit seinen Partnern weiter an der Verbesserung der Datenqualität arbeitet. Unsere Kunden erwarten von uns die bestmögliche Datenqualität. Diese hat unmittelbaren Einfluss auf die Conversion. Deshalb arbeiten wir auch in  diesem Jahr an weiteren Verbesserungen.

Wenn ich mir das so anschaue – alles langfristige Projekte. Gut möglich, dass ich in einem Jahr fast dasselbe sage. Bitte halten Sie mich nicht für einfallslos.

Über den Autor

Dr. Oliver Rengelshausen ist seit Mai 2018 Sales Director Online und für die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz im Bereich Travel Channels innerhalb von Amadeus zuständig. In dieser Funktion verantwortet…
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