Warum TravelTainment für Wattestäbchen wirbt

15.09.2015  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Barbara Frett

Amadeus Blog: Das Gefühl hinterher – das muss unglaublich sein. „Diese Erfahrung hat mein Leben verändert“, schrieb voriges Jahr mein Kollege Caspar Felix Mömken, nachdem er Stammzellen für einen Patienten mit Blutkrebs gespendet hatte – mit der Aussicht, den Empfänger nach zwei Jahren persönlich kennen zu lernen. „Das ist mehr als ein anonymer Prozess. Ich würde es sofort wieder tun.“

Vier Spender von Stammzellen gibt es aus den Reihen von TravelTainment inzwischen. Das ist kein Zufall: TravelTainment hat 2012 erstmals die Belegschaft aufgerufen, sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. Stefan Bickmann und Alexander Alexandrowitz, bereits aktive Stammzellen-Spender aus den TravelTainment-Reihen, hatten intern ausführlich dafür geworben. Ergebnis der so genannten Betriebstypisierung waren 60 neue mögliche Spender aus Aachen und Bochum in der DKMS.

Von ihnen kamen Caspar Felix Mömken und die damalige Auszubildende Janina Clever 2014 zum Spendereinsatz. Das ist nicht wenig vor dem Hintergrund, dass eine Stammzellen-Transplantation oft einem Lottogewinn gleicht: Nach Angaben der DKMS bleibt trotz weltweit 25 Millionen registrierten Menschen jeder fünfte Blutkrebs-Patient in Deutschland ohne passenden Spender für die lebensrettenden Zellen.

Deswegen ruft TravelTainment die Belegschaft in diesem Herbst erneut auf, sich für die DKMS typisieren zu lassen. Wir übernehmen die 50 Euro, die das pro Nase kostet. Der Zeitaufwand ist mit zehn Minuten pro Person denkbar gering, das Procedere mit einem Wattestäbchen-Abstrich der Mundschleimhaut denkbar einfach.

Wir machen keinen Hehl daraus, dass eine Stammzellenspende keine Wellness-Behandlung ist. Wer in die nähere Auswahl kommt, wird sehr gründlich untersucht, muss sich fünf Tage lang Spritzen setzen und sich einer mehrstündigen Prozedur unterziehen, die Stammzellen aus dem Blut zentrifugiert. „Ja, es tut etwas weh, aber das ist es meiner Meinung nach völlig wert“, sagte uns Alexander Alexandrowitz aus der TravelTainment-Belegschaft. Sein Kollege Stefan Bickmann sieht das ähnlich: „Für den Patienten hängt das Leben davon ab. Da kann man nicht mittendrin einfach aufhören, nur weil man sich selbst schlapp fühlt und Rückenschmerzen hat.“

Wie sieht ein glücklicher Empfänger aus? In der Konzern-Pressestelle der Amadeus IT Group in Madrid arbeitet Roman Townsend – er sieht jeden Morgen einen im Spiegel. „Ich hatte Blutkrebs und bin dank einer Stammzellen-Transplantation wieder vollständig gesund“, schreibt er. 21 Tage lang lag er auf einer Isolierstation, wo ihm ein kleiner, in die Brust gepflanzter Apparat Chemikalien ins Blut träufelte, darunter die Stammzellen. „Glückliche Erinnerungen“, sagt er heute und meint das überhaupt nicht ironisch. „Nicht zuletzt, weil es mein Leben gerettet hat.“ In diesem Sommer ist er zur Unterstützung der Fundación Josep Carreras , die in Spanien eine Spenderdatei betreibt, sogar einen Halbmarathon gelaufen.

Langer Blogpost, kurzer Sinn: Ran an die Wattestäbchen! Hier steht, wie es geht.

Update: Großer Erfolg – die neue Typisierungsaktion hat 20 neue Registrierungen aus Würselen und Bochum für die Spenderdatei der DKMS gebracht – vier Mitarbeiter konnten bei zwei Aktionen schon Leben retten. Wir danken allen Registrierten – und freuen uns auf die nächste Aktion!

Über den Autor

Barbara Frett ist seit 2010 Personalleiterin der Traveltainment Group. Zuvor arbeitete sie knapp fünf Jahre bei Fort Dodge Veterinär, einer Division von Wyeth/Pfizer Pharma, als Personalleiterin für Deutschland, Österreich und…
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