Warum Amadeus auf die Inner Source hört

31.05.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Frederic Ros

Amadeus Blog: Software-Entwicklung ist klassischerweise eine Sache spezialisierter Teams. Ihnen „gehört“ ihre Anwendung und alle damit verbundenen Codezeilen. Jede Änderung des Codes wird von diesem Team ausgeführt und hängt in der Regel sehr eng mit den Kernfunktionen der Anwendung zusammen.

In einer Welt allerdings, in der Interoperabilität die Mutter der Innovation ist und komplexe Systeme zur Normalität geworden sind, müssen Innovationen und neue Ideen aus einem weiteren Kreis der Community kommen.

Die Open-Source-Welt ist ganz auf dieses Prinzip hin ausgerichtet. Indem Quellcode für eine erweiterte Entwickler-Community geöffnet wird, können Entwickler auf der ganzen Welt an Ideen arbeiten und ihre Innovationen an die weltweite Open-Source-Gemeinschaft „zurückgeben“. Das beschleunigt den Innovationsprozess, und die Entwicklergemeinschaft garantiert, dass es immer genügend kritische und prüfende Blicke gibt.

Inner Source nimmt das Beste der Open-Source-Welt und setzt es innerhalb eines Unternehmens ein – ohne die Risiken, die mit der Öffnung des Quellcodes für die ganze Welt einhergehen könnten. Dieses Konzept gibt den Soft­wa­reen­twick­lern und -entwick­lerin­nen den Spiel­raum, sich im Rah­men ihrer Arbeit­szeit an Unternehmen­spro­jek­ten zu beteili­gen, denen sie ursprünglich nicht zugewiesen wur­den und die außer­halb ihrer nor­malen Zuständigkeit liegen. Neue Versionen der Software können schneller freigegeben werden als bei herkömmlichen Entwicklungen, da auch eine größere Zahl kritischer Augen jede Codezeile genau prüft, um die Qualität zu sichern.

Amadeus – auch Amadeus Germany – setzt Inner Source in zunehmendem Maß im Entwicklungsbetrieb ein. Der Quellcode ist allen Amadeus Entwicklern zugänglich, und jeder kann Ideen beisteuern. Wenn also ein Team, das an einer bestimmten Anwendung arbeitet, eine Änderung in der Middleware braucht, steht es ihm frei, den entsprechenden Middleware-Code einzusehen und darauf nach den eigenen Anforderungen aufzubauen. Das Ergebnis ist ein deutlich sichtbares großes Plus an Agilität und Innovation.

Nach dem Inner-Source-Prinzip kann jeder Entwickler entweder als Contributor oder als Maintainer auftreten. Die zentrale Verantwortung für die Anwendung oder Bibliothek liegt unverändert bei diesem Entwickler, aber er hat mehr Zeit dafür, die Vorschläge anderer zu prüfen, statt alles selbst zu entwickeln. Dieses Modell sorgfältiger Steuerung, das auch in der Open-Source-Welt geläufig ist, setzt auf ein Kern-Entwicklerteam, das die Gesamtverantwortung für die eingeschlagene Richtung übernimmt, ohne durch ein Command-and-Control-Modell übermäßig eingeschränkt zu werden.

Das Konzept der Inner Source ist bei einigen der erfolgreichsten Technologie-Unternehmen der Welt im Einsatz. Ihm wird attestiert, Innovationen schnell testen und als Prototyp herausbringen zu können, so dass die Inner-Source-Community anschließend validieren, testen, verbessern und den Code gemeinsam weiterentwickeln kann. In der Reisebranche gehört Amadeus zu den Pionieren dieses Ansatzes. Größere Fluggesellschaften mit eigenen Entwicklungsabteilungen haben ebenfalls bereits Interesse gezeigt.

Zur agilen Software-Entwicklung ist im Amadeus Blog übrigens eine Serie von Interviews mit allen Beteiligten dieses Prozesses erschienen. Das erste finden Sie hier.

Über den Autor

Frederic Ros ist Head of Quality and Lifecycle Management der Amadeus IT Group.
Mehr über den Autor

Schreiben Sie einen Kommentar