Vom Schnabel bis zum Golfschläger – Die 3D-Drucker kommen!

03.09.2015  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Amadeus Blog: Sie tragen pathetische oder futurische Namen wie Pharaoh, DaVinci oder Ultimaker: 3D-Drucker sind auf dem Vormarsch.

Entsprangen sie früher noch der Feder von Science-Fiction-Autoren, sind sie seit einigen Jahren auf dem Weg zum Mainstream-Produkt. 2014 wurde der weltweit erste 3D-Drucker für unter USD 200 auf den Markt gebracht. Bisher sind sie vor allem Spielzeuge für Technik-Enthusiasten oder Werkzeuge für besonders innovative Unternehmen, doch innerhalb des nächsten Jahrzehnts – da bin ich mir sicher – werden sie auch ein Phänomen für den Massenmarkt sein.

Schon jetzt überbieten führende Wissenschaftler sich ständig mit neuen faszinierenden Innovationen, die durch 3D-Drucker möglich gemacht werden. Ein französischer Musiker hat zum Beispiel die erste computer-generierte Violine hergestellt. Das gedruckte Instrument soll die Tradition alter Geigenbaukunst mit moderner Technologie vereinen. In Costa Rica wurde dem Tukan Grecia eine Schnabelprothese angefertigt. Jugendliche hatten dem armen Tier den Schnabel abgebrochen und Wissenschaftler versuchen nun, in einem Experiment den Schaden mit einem Schnabel aus dem 3D-Drucker wieder zu reparieren.

Man muss kein Wissenschaftler sein, um den Einfluss von 3D-Druckern auf bestimmte Herstellungsprozesse in der Reise- und Transportbranche zu erkennen. Die großen Flugzeughersteller ebneten hier den Weg. Boeing hat es bereits geschafft eine komplette Flugzeug-Kabine mit deinem 3D-Drucker herzustellen. Auch der Dreamliner enthält serienmäßig ca. 30 Teile, die aus einem 3D-Drucker stammen. Airbus testet gerade das Potential von 3D-Produktionstechniken für die A350-XWB-Generation.

In der Industrie haben 3D-Drucker längst Einzug gehalten, aber sie bringen auch einige nicht ganz so offensichtliche Möglichkeiten mit sich, die für viele andere Unternehmen aus der Reisebranche interessant sein könnten:
Ich persönlich könnte im Urlaub schon heute einen 3D-Drucker gebrauchen:Steige ich im regnerischen Deutschland in den Flieger, so strahlt mir auf der Fluggasttreppe in Italien natürlich sofort die gleißende Sonne ins Gesicht – na toll, mal wieder die Sonnenbrille vergessen. Panisch schicke ich noch auf dem Rollfeld per Reise-App eine Nachricht an mein Hotel. Da ich von Natur aus gerne mal Sachen zuhause vergesse, habe ich alle unverzichtbaren Gegenstände als 3D-Image in meiner Cloud gespeichert. Das Hotel greift einfach auf die entsprechende Datei zu und bei meiner Ankunft bekomme ich meine Sonnenbrille druckfrisch an der Rezeption überreicht.

Mit so einer kleinen Sonnenbrille ist es aber natürlich nicht getan. Die hätte auch in mein Handgepäck gepasst. Für die erste Runde Golf am Nachmittag brauche ich jedoch meinen Lieblingsschläger, der deutlich sperriger ist. Eine Golftasche durch den Flughafen schleppen möchte ich nicht. Im Urlaub will man sich ja nicht anstrengen. Aber mit irgendwelchen Leihschlägern spielen ist doch irgendwie auch unentspannt. Sie werden es schon geahnt haben: mein Lieblingsschläger wird mir im Golf-Club schnell und unkompliziert im 3D-Drucker hergestellt. Perfekt mit ergonomischem Griff und meinen Initialen auf dem Schlägerkopf, damit die Bälle auch wissen, von wem sie über das Grün geprügelt werden.

Diese Beispiele mögen trivial klingen und doch verdeutlichen sie den wichtigsten Aspekt des 3D-Druckens: die Fähigkeit,  personalisierte physische Objekte schnell, lokal und kostengünstig herzustellen.

Es ist fast unmöglich vorauszusagen, wozu 3D-Drucker von Reiseanbietern und der Industrie in Zukunft verwendet werden. Aber eines kann man mit Sicherheit sagen: 3D-Drucker sind eine bahnbrechende Erfindung, die in der Reisebranche große Wellen schlagen wird.

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
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