We did it! Start-Up-Feeling auf dem Campus

13.10.2015  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Kristian Schuhmacher

Amadeus Blog: Drei Wochen „Intensivkurs Innovation“ als Start-Up-Founder hinter geschlossenen Türen – und ich war dabei.

Mehr als 450 Teilnehmer, darunter viele Studenten und Professoren internationaler Hochschulen und 16 Amadeus Mitarbeiter, steckten die Köpfe auf der „European Innovation Academy“ zusammen, bis sie rauchten. Heraus kamen spannende, kuriose und mehr oder teilweise auch weniger erfolgversprechende Projekte, und eines verrate ich schon mal vorab: Die Idee des Amadeus Teams „Family2Family“ hat es auf das Siegertreppchen geschafft: Die Plattform soll Familien ermöglichen, Spielzeug etc. an andere zu verleihen oder selbst auszuleihen, wenn man gerade im Urlaub oder sonst wo ohne die sperrige Ausrüstung für die Kids unterwegs ist.

Aber mal von vorne: Die European Innovation Academy bringt jeden Sommer weltweit „Unternehmergeister“ zusammen, dieses Jahr auch wieder an der französischen Riviera in der Université Saint Jean d’Angely. Junge Talente reisen aus der ganzen Welt an, um Produktkonzepte in kürzester Zeit heranreifen zu lassen.  Eine Woche Ideen- und Teamfindung („Pivoting“, ein ziemliches Hin- und Her), eine Woche Geschäftsmodell und Prototyping (hier bekam man schon ein gutes Gespür für das Erfolgspotenzial), eine Woche Kundenakquise und Investoren-Pitch (erste Interessenten gab es tatsächlich schon).

Mein Fünf-Mann-Team, vertreten durch Amadeus Kollegen aus Bangalore, Boston, Nizza, Madrid und mich aus Bad Homburg plus Mentor aus dem Amadeus R&D Innovation Team in Nizza, entwickelte „Ready2Roam“, eine Plattform, die Reisebüros, Airlines, Autovermieter etc. mit Telefongesellschaften verbindet. Zunächst überlegten wir, dass es praktisch wäre, wenn der Kunde das WLAN-Passwort für den Airport oder für das Hotel schon kurz vor der Reise kennen würde. Oder, noch besser, man ihm zu einer lokalen SIM-Karte für jedes Land verhelfen könnte. Am besten über das Reisebüro, also B2B direkt im Buchungsprozess.

Wir verteilten die Rollen Entwicklung, Marketing und Finance im Team. Ich setzte unter anderem einen E-Mail-Server und eine Website auf, kümmerte mich um die Social Media Kommunikation und führte Gespräche mit mobilen Netzanbietern. Und auch wenn am Ende das Kollegen-Team mit der Familien-Plattform gewonnen hat, geht`s jetzt weiter: Die Ideen unserer drei Teams werden intern bei Amadeus präsentiert und es wird sich zeigen, ob die passende Business Unit anbeißt, die dann als Sponsor fungiert. Ich sage nur: Business Case … Erfolgreiche Konzepte schaffen es dann in den sogenannten „Amadeus Innovation Funnel“, wo sie entsprechend gecoacht werden.

Für mich war es ein kribbelndes Gefühl, so ganz raus aus dem Alltag in dieser Start-Up-Atmosphäre etwas „auf der grünen Wiese“ zu entwickeln und es am Ende im Pitch vorzustellen. Und ich habe mit großem Interesse die anderen Ideen verfolgt: Ein Team beschäftigte sich mit einer App, über die man im Café, in dem man gleich vorbeikommt, seinen Latte Macchiato vorbestellen kann. Die Studenten aus London stellten sich vor, sie könnten so ohne Schlangestehen noch schnell vor der ersten Uni-Stunde frühstücken. Auch das Internet of Things war gut vertreten: Ein Sensor für Weinflaschen, der genau Auskunft gibt, welchen Temperaturen und Bewegungen der gute Tropfen schon so ausgesetzt war und wo genau er herkommt. Oder „Live Hacking“: Über WLAN gesteuertes LED-Licht, Sensoren unter der Matratze und am Körper, die Einträge im Kalender und Analysen auf dem PC initiieren, sehe ich genau, ob ich genug Sport getrieben, zulange im Auto gesessen oder zu unruhig geschlafen habe. Everything is connected to each other eben. Das dritte Amadeus Team übrigens kreierte “BudTrip“. Der Travel Companion verwaltet das Reisebudget und unterstützt bei der Suche nach Aktivitäten am Reiseort, die zum Reisebudget passen (beispielsweise Restaurant- oder Konzertsuche). Und – die Lösung ist mittlerweile sogar schon als Beta-Version im App-Store verfügbar!

Was ich noch gelernt habe:

  • Tiefere Einblicke in alle Geschäftsbereiche einer Firma (Finance, Legal, Technik, Business, Marketing, Research etc), Suche nach Venture Capitalists und „Lebenstipps“ allgemein
  • Besser 1000 Prototypen mit kleinen Unterschieden bauen statt nur zwei, denn mit wenigen kann man schlecht entscheiden, was wirklich gut ist
  • APIs (Application Programming Interface) bringen uns weiter: Programme lassen sich miteinander verbinden, sodass sie kommunizieren und Informationen austauschen können; verschiedene Anwender können ein System bedienen (70 Prozent des Twitter Traffics geht über API!)
  • Kommunikation ist wichtig: mit möglichst vielen Leuten sprechen, um verschiedene Sichtweisen einzufangen und besser entscheiden zu können, was sinnvoll ist.
  • Und: Innovation ist harte Arbeit, eine große Erfahrung – und Spaß!

Über den Autor

Kristian Schuhmacher, 26, ist Engländer und seit Sommer 2012 Software-Entwickler R&D bei Amadeus Germany. Während seines Studiums in Aberystwyth (Wales, Großbritannien) absolvierte er 2010 sein Jahrespraktikum bei Amadeus in Bad…
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