Sieht doch gut aus

26.01.2018  /  1 Minute Lesezeit

Top of the Week: Wer Nachrichten liest, könnte meinen, die europäische Passagierluftfahrt stehe kurz vorm Aussterben. Andreas Stendera, Director Corporate Solutions Central Europe, erklärt, warum das ein Trugschluss ist.

Die Schlagzeilen der vergangenen Wochen erweckten den Eindruck, mit der europäischen Fliegerei stehe es nicht zum Besten: Air Berlin wird bis hinunter zu den Schokoladenherzen zerlegt, der Verkauf von Niki entwickelte sich zu einem Hin und Her, Alitalia fliegt bis ins Frühjahr mit staatlicher Hilfe, und die britische Monarch hebt nie wieder ab. „Die europäische Luftfahrtbranche befindet sich in einer Phase der Konsolidierung“, schrieb Stern.de kurz vor Silvester. „Daher könnten 2018 weitere Airlines vom Markt verschwinden.“

Andreas Stendara
Andreas Stendera, Director Corporate Solutions Central Europe bei Amadeus

So dramatisch die Auswirkungen für Mitarbeiter und Kunden waren – insgesamt zeichnen die Schlagzeilen ein falsches Bild. Vorige Woche meldete die ICAO, die Zivilluftfahrt-Organisation der UN, für das abgelaufene Jahr 7,1 Prozent mehr Linienpassagiere als 2016, nämlich den Rekord von 4,1 Milliarden. Schon Anfang Dezember hatte die IATA für 2018 ein weltweites Passagierwachstum um sechs Prozent prognostiziert.

Und gerade Europa steht sehr gut da: Als größter internationaler Markt stammten der ICAO zufolge 37 Prozent der Passagierkilometer des Jahres 2017 von Fluggesellschaften der Alten Welt. Asien/Pazifik folgte mit 29 Prozent, also mit deutlichem Abstand. Der europäische Flugmarkt erwirtschaftet mehr als ein Drittel der weltweiten Passagierflugprodukts – trotz der starken Airlines des Nahen Ostens. Und die IATA erwartet für Europa sechs Prozent mehr Nachfrage.

 

Ich finde, das sind gute Nachrichten – für die Fluggesellschaften wie auch für die Reisebüros. Kümmern wir uns verantwortungsvoll um insolvente Airlines, aber lassen wir uns nicht bange machen. Die Lage sieht gut aus.

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