Was schenke ich Mom?

29.11.2016  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Kristian Schuhmacher

Amadeus Blog: Kristian Schuhmacher begibt sich auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk in die Welt des Internet of Things, der Virtual Reality und der „Holoportation“: Von Toast-Botschaften, besonderen Live-Chats und Begegnungen im virtuellen Raum.

 

Meine Mom lebt 1000 Kilometer entfernt von mir. Sie in London, England, ich in der Nähe von Limburg, Deutschland. Als Innovation Buddy schenke ich ihr natürlich keine Tischdecke zu Weihnachten. Nein, ein passendes Gimmick muss her!

„Hello Mom, nur noch 16 Tage bis zum Abflug!“

Wie wäre es mit diesem Smart Toaster? Wenn ich ihr den mit dem WLAN verbinde, kann ich per App Bilder und Texte an den Toaster schicken, die er dann auf den Toast brennt. Ende Januar reisen wir gemeinsam nach Antigua. Von Neujahr an könnte ich mit dem Countdown beginnen und ihr die Resttage auf den Toast brennen, den sie jeden Morgen zuverlässig frühstückt. Das Internet of Things (IoT) lässt grüßen! Den Toaster kann ich jetzt bestellen, aber Lieferung ist erst im nächsten Jahr – schade…

„Mom, sieh dir diese Küste an!“

Die Reise nach Antigua. Hm, ich könnte ihr auch noch einen tollen Ausflug schenken. Auf dem 2016 „Oculus Connect 3“ zeigte Mark Zuckerberg live einen Virtual Reality (VR) Chat mit der Oculus-Rift-Brille. Wenn ich Mom die Brille schenke, könnte ich mich also als VR-Avatar mit ihr in ihrem Wohnzimmer treffen. Sie sieht, wenn ich spreche, erkennt, wenn ich lächle oder Grimassen ziehe. Vor allem aber könnten wir uns gemeinsam nach Antigua „beamen“ und uns dort eine Küste anschauen. Wenn’s ihr gefällt, buche ich gleich einen Mietwagen dazu für den Ausflug! (Nebenbei: Amadeus entwickelt gerade eine Second-Screen-Anwendung namens Travel Cast, über die ich zur Reise passende Informationen und Angebote etwa auf meine Apple Watch erhalte.) Und anschließend spielen wir noch gemeinsam eine Runde Mau-Mau – ja, das gibt’s auch in England!

Video: Your Oculus avatar can pull a sword out of thin air and take a VR selfie (CNET News)

„Hey, Mom, wollen wir heute Abend um neun holoportieren?“

Die Steigerung: Holoportation als neue Art der 3-D-Technologie, die die Kommunikation in der Zukunft fundamental verändern könnte. Darüber werden Menschen als Modelle rekonstruiert, komprimiert und, egal wohin, in Echtzeit „teleportiert“. Kombiniert mit Mixed Reality Glasses wie der Microsoft HoloLens können Nutzer andere Teilnehmer sehen, hören und mit ihnen interagieren. Das alles in hochwertiger 3-D-Qualität, als ob man im gleichen physischen Raum wäre. Ich stünde meiner Mom also direkt gegenüber, wir könnten uns von Angesicht zu Angesicht unterhalten und unsere Bewegungen sehen. Ich würde ihr Bilder und Videos zeigen: „Siehst du,  hier in der Mall am Hafen von St. John’s gibt’s diese typischen Strohhüte, denn schau (ich blende ihr kurz die Wetterprognose ein) – es wird mittags ordentlich heiß werden!“

Video: holoportation: virtual 3D teleportation in real-time (Microsoft Research)

Also, was jetzt: Eine HoloLens als Weihnachtsgeschenk? Oder die Oculus Rift? Oder doch den Toaster-Gutschein? Die Möglichkeiten, mit Mom trotz der Entfernung von 1000 Kilometern auf ganz neue Art zu kommunizieren, begeistern mich. Und sie bieten auch für die Reisebranche das Potenzial, Kunden auf fundamental neue Art und Weise zu begeistern und auf den Geschmack zu bringen. Einen Toast auf die Zukunft!

Über den Autor

Kristian Schuhmacher, 26, ist Engländer und seit Sommer 2012 Software-Entwickler R&D bei Amadeus Germany. Während seines Studiums in Aberystwyth (Wales, Großbritannien) absolvierte er 2010 sein Jahrespraktikum bei Amadeus in Bad…
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