„Programmieren sollte Schulfach werden“

09.07.2019  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Klaus Ennen

Amadeus Blog: Wie ticken Digital Natives? Klaus Ennen hat das Digital Summer Camp von Amadeus und der Stadt Bad Homburg genutzt, um Rahil Chughtai zu fragen. Der 17-jährige Gymnasiast mit Leistungskurs Informatik programmierte während des Camps eine gut gestaltete Website mit eigenen Fotografien – und weiß sehr genau, was er will.

Klaus Ennen: Rahil, du bist Jahrgang 2002, also ein echter Digital Native. Man sollte meinen, dir fließt das Digitale durch die Adern. Warum hast du am Digital Summer Camp teilgenommen?

Rahil Chughtai: Es gibt viele Dinge, die im Alltag nicht vorkommen. Zum Beispiel fand ich es sehr spannend, einen Computer zu zerlegen und zu schauen, wie die Hardware funktioniert. Und es war gut, von einem Experten die Programmiersprache HTML erklärt zu bekommen. Alleine hätte ich die Aufgabe, eine Website zu programmieren, nicht geschafft. In der Schule arbeiten wir nicht mit HTML.

Welche digitalen Tools und Produkte nutzt du im Alltag?

Ich nutze ein Smartphone mit Internetzugang und Apps und bin in den sozialen Medien unterwegs. Auf Instagram zum Beispiel lade ich meine Fotografien hoch. Ansonsten ist alles im Alltag digital, sogar bei McDonald’s stehen inzwischen Touchpads für die Bestellungen. Es ist unumgänglich, sich mit Digitalisierung zu befassen.

Ist Digitalisierung in deiner Schule oder in Vereinen oder AGs, die du besuchst, ein Thema?

Ja, in meiner Schule ist die Digitalisierung seit ein paar Jahren Thema. Ich besuche einen Informatik-Leistungskurs, so etwas gibt es sehr selten. Trotzdem könnte und sollte man mehr machen. Ich sehe zum Beispiel Kompetenzmängel bei den Lehrern: Mal funktioniert das Videogerät nicht, mal ist die Soundbox nicht zu finden, sodass die Schüler helfen müssen und Unterrichtszeit verloren geht. Und Tools wie GeoGebra werden zwar genutzt, könnten aber auch für andere Dinge als nur zur zur Visualisierung von Mathematik eingesetzt werden.

Nutzt du Tutorials auf YouTube?

Ja, das macht der Großteil meiner Schulkameraden, ich auch. Es gibt viele gute Kanäle.

Rahil Chughtai wird nach den Sommerferien die Jahrgangsstufe 12 der Wöhlerschule in Frankfurt am Main besuchen.

 

Wenn du etwas an der digitalen Welt ändern könntest – was wäre das?

In der Schule sollte Programmieren als Fach angeboten werden. Nicht jeder muss Entwickler werden, aber jeder sollte verstehen, wie die digitalen Dinge funktionieren und wo die Gefahren liegen. Denn hinter allem, was wir nutzen, steckt Code. Ich merke das sowohl beim Programmieren für die Schule als auch beim Fotografieren: Sobald man vom Nutzer zum Macher wird, hat man ein ganz anderes Verständnis. Und ich bekomme größere Wertschätzung zum Beispiel für Apps, wenn ich weiß, wie sie funktionieren.

Gibt es etwas, was Politiker deiner Ansicht nach in Sachen Digitalisierung tun sollten?

Der Bad Homburger Oberbürgermeister [Alexander Hetjes, Schirmherr des Camps gemeinsam mit Amadeus] hat es angesprochen: Die Politik steckt zum Teil den Kopf in den Sand. Ich denke, Digitalisierung und Automatisierung werden sich stark entwickeln, Lkws und Taxis zum Beispiel in zehn bis 15 Jahren selbstfahrend sein. Dadurch fallen viele Jobs weg. Da muss mehr gemacht werden, das haben viele noch nicht richtig begriffen.

 

Hier finden Sie den Artikel „18 strahlende Gesichter beim Summer Camp“

Über den Autor

Klaus Ennen verantwortet den Bereich Marketing Kommunikation bei Amadeus DACH. Er jongliert täglich virtuos mit Informationen zwischen Presse, Newslettern, Webseite, Community, Blog und weiteren Social Media Kanälen. Und auch „Live…
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