Festival-Flair bei der Cebit: Neue Leitmesse der digitalen Transformation?

24.05.2017  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Hannover stand Kopf. Bill Gates kam zur CeBIT. Das war im März 1995. Damals stellte er „Windows 95“ vor und prophezeite, wie die Digitalisierung die Welt verändern würde. Die CeBIT war die größte IT-Schau der Welt. Damals kamen 755.000 Besucher auf die Messe. Doch seit Jahren kommen weniger; ein Trauerspiel. Die Deutsche Messe AG war dieses Jahr schon froh, zur Cebit 2017 schlappen 200.000 Besuchern Eintritt zu gewähren. Jetzt soll ein neues Konzept der CeBIT zu neuer Vitalität verhelfen. Ob das klappt?

Jedes Jahr kommen weniger – vor allem private Besucher. Deswegen strukturierten die Messe-Macher die CeBIT im Jahr 2013 als B2B-Marke um. Der Fachbesucher sollte sich Geschäftsbeziehungen und neue Märkte erschließen. Doch die Neuausrichtung blieb erfolglos.

Wusste Merkel mehr?

Vielleicht wusste Kanzlerin Angela Merkel schon mehr, als sie zur Eröffnung der CeBIT 2017 verkündete: „Ich würde mir wünschen, dass sich die CeBIT noch stärker neuen Formaten und Zielgruppen öffnet.“ Genau das soll passieren und den Besucherrückgang endlich stoppen – mit einem radikalen Neu-Konzept: Die CeBIT als Festival digitaler Innovationen“, wie es auf der Homepage heißt.„Forget everything you know about CeBIT“, verkündet ein Flyer. Die CeBIT soll wieder zur wichtigsten Leitmesse der digitalen Transformation werden.

Spaß, B2B, Festival und Endverbraucher

Sie soll mehr Spaß machen, cooler werden und einen Festival-Charakter erhalten. Auf dem „d!campus” sollen drei Veranstaltungen mit den drei Marken ‚d!talk“„d!conomy“ und „d!tech“. laufen.
Klassische B2B-Themen rund um die Digitalisierung will die Leitveranstaltung „d!conomy“ bieten: hier sollen sich CIOs, CDOs, Fachabteilungsverantwortliche und andere Strategen hallo sagen und alle Fragen des digitalen Wandels diskutieren können.
Um Entwicklungsthemen, startups und Forschung kann es im Bereich „d!tech“ gehen, die CeBIT spricht von einem „New-Tech-Festival“, wo auch Konzerte Lebenslust vermitteln.
Konferenzen, Workshops, Keynotes und Diskussionen laufen im Konferenz-Format d’talk, dass auch in der Politik Akzente setzen soll. Zur B2B-Messe soll von 2018 an die digitale Avantgarde hinzukommen. Unter die Jackett-Träger werden sich also Kapuzenpulli-Liebhaber mischen. Letztere wurden von den Business-Leuten in der Vergangenheit oft als Beutelratten verunglimpft: wegen ihrer Rucksäcke, in denen sie Give-Aways wie Abzeichen, Sticker und Kugelschreiber sammelten.

Neue Messe – Termin auf Frühsommer verlegt

Bislang musste zur CeBIT die Winterjacke mitgenommen werden. Doch wo Konzerte unter freiem Himmel wummern, passt der März nicht mehr ins Programm. Im Juni ist es schöner – die aufgehübschte CeBIT mit dem radikal anderen Konzept läuft vom 11. bis 15.6.2018. Das ist wahrscheinlich der bessere Termin. Denn im Frühjahr stehlen sich weltweit vier große IT-Shows von Rang und Namen die Schau: die Consumer Electronics Show in Las Vegas, der Mobile World Congress in Barcelona, die Hannover Messe und das Festival South by Southwest in Austin.

D‘conomy-Hüllen mit prallen Inhalten füllen

32 Jahre nachdem die Messe in der niedersächsischen Landeshauptstadt das vorher integrierte Centrum für Bürokommunikation und Informationstechnik (CeBIT) 1986 als eigenständige Veranstaltung aus der Hannover Messe Industrie ausgegründet hat, bleibt abzuwarten: Das Konzept ist interessant. Die Frage ist, ob die Messe-Manager die D‘conomy-Hüllen mit interessanten Inhalten füllen können.

Ich bin gespannt!

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
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