Reisebranche muss ökonomische und politische Brüche überwinden

20.07.2017

Pressemitteilung: Die Studie von A. T. Kearney, „What If? Imagining The Future Of The Travel Industry“, zeigt Personalisierung und unterbrechungsfreies Reisen als zentrale Erfolgsfaktoren für die kommenden fünf bis sieben Jahre.

Die Studie entwirft auch vier verschiedene Zukunftsszenarien für die Welt – und warnt, dass Protektionismus und Populismus in der ganzen Branche kommende Geschäftschancen  verhindern können.

Madrid, 20. Juli 2017 – Die Reisebranche muss sich besser auf ökonomische und politische Störfaktoren vorbereiten, wenn sie kommendes Wirtschaftswachstum voll nutzen möchte. Das ist die zentrale Aussage einer neuen Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney.

Während Sharing Economy, Virtual Reality und das Internet der Dinge allesamt Vorteile für die Reisenden bedeuten, bringen geopolitische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen die Welt, wie wir sie kennen, durcheinander und polarisieren sie. Das setzt dem Wachstumspotenzial der Reisebranche Grenzen – sofern die Unternehmen nicht jetzt handeln, so die Studie.

Vor diesem Hintergrund hebt A. T. Kearney zwei zentrale Entwicklungen heraus, die die Reisebranche verändern und künftige Erfolge vorantreiben:

  • Personalisierte Reiseprozesse versus Massenmarkt: Technologie ermöglicht die Aggregierung von Verbraucherdaten und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz, um das Verhalten der Reisenden zu analysieren. Außerdem kann sie dazu beitragen, individuelle Wünsche zu erfüllen, statt auf Standardprodukte zu setzen.
  • Unterbrechungsfreies Reisen versus Fragmentierung: Wirklich unterbrechungsfreies Reisen erfordert die Zusammenarbeit von Regierungen und die gemeinsame Nutzung von Daten über Unternehmensgrenzen hinweg: Flughäfen und Fluggesellschaften wie auch Anbieter am Zielort (Hotels, Restaurants, bodengebundene Passagierbeförderung) wären alle daran beteiligt.

Auf der Grundlage dieser beiden Trends haben Amadeus und A. T. Kearney vier weltweite Zukunftsszenarien entwickelt, auf die sich Reiseunternehmen bereits heute vorbereiten müssen, wenn sie morgen ihre Gewinne sichern und Erfolg haben wollen:

Das Szenario „Picasso“ nimmt eine fragmentierte Welt an, die durch den Aufstieg des Populismus und gesteigerte Sicherheitsbedenken gekennzeichnet ist. Die Folge: Eine größere Zahl an Reisezielen kommt nicht mehr in Frage. Trotzdem verzeichnen die meisten Länder der Welt wirtschaftliches Wachstum. Unternehmen investieren in Innovationen, um über mobile Kanäle mehr Kunden zu erreichen, und durch diese Interaktion können Unternehmen ausgefeiltere personalisierte Angebote bereitstellen.

Das Szenario „Dalí“ nimmt an, dass gesellschaftliche Grundhaltung und wirtschaftlicher Wohlstand ein Umfeld schaffen, dass der gemeinsamen Datennutzung wohlgesonnen ist. Das bringt entspanntere Datenschutz-Bestimmungen und weniger Regulierung mit sich, was wiederum die stärkere Personalisierung von Reisen ermöglicht. In diesem Szenario wird Reisen schneller, günstiger und sicherer. Es gibt weniger Sicherheitskontrollen an den Grenzen und Echtzeit-Informationen zu unerwarteten Ereignissen wie Flugverspätungen.

Im Szenario „Bosch“ steigen in der gesamten Branche die Betriebskosten, da die Unternehmen mit einem Mosaik aus verschiedenen rechtlichen, steuerlichen, arbeits- und datenschutzrechtlichen Vorgaben zurechtkommen müssen. Protektionismus und Misstrauen führen zu einer fragmentierten Welt. In diesem politischen Umfeld ziehen sich Reisende auf verlässliche Marken zurück und buchen direkt bei den bekannten Leistungsträgern.

Das Szenario „Warhol“ ist durch unterbrechungsfreies, aber nicht personalisiertes Reisen gekennzeichnet. Es berücksichtigt die Konsequenzen des starken Wirtschaftswachstums in Asien, auf Grund dessen eine starke Mittelklasse mit mehr verfügbarem Einkommen für Reisen und Freizeit entsteht. Auch in einer barrierefreien Welt bevorzugen Reisende eher niedrigpreisige Angebote des Massenmarkts statt personalisierter Optionen.

„Technologie hat noch nie so viele Versprechen für die Branche bereit gehalten“, sagt Alex Luzarraga, Vice President Corporate Strategy der Amadeus IT Group. „Aber der Status quo wird gerade auf den Kopf gestellt. Misstrauen und Populismus sind weit verbreitet. Dinge, die wir für selbstverständlich halten, können künftig unwahrscheinlicher werden, beispielsweise das Recht, innerhalb Europas ohne Reisepass unterwegs zu sein. Es ist wichtig, diese Probleme – zusammen mit A. T. Kearney – zu bewerten und zu verstehen, da sie die Branche in den kommenden fünf bis sieben Jahren weiterhin beschäftigen und durcheinanderrütteln werden. Auf diese Weise können wir als Branche besser auf die Lösung dieser Probleme vorbereitet sein und als Ergebnis wirtschaftliches Wachstum und Erfolg fördern.“

„Die Studie basiert auf den Sichtweisen eines breiten Spektrums von Akteuren aus den Branchen Reise und Technologie. Sie zeichnet ein umfassendes Bild der Zukunft und ermöglicht es Unternehmen, die blinden Flecken ihrer Organisation aufzudecken“, sagt Yelena Ageyeva-Furman, Principal London bei A. T. Kearney. „Darüber hinaus stellt die Studie existierende Pläne und Branchenprognosen einander gegenüber und trägt dazu bei, Entscheidungen und Prinzipien für die Unternehmensstrategie zu finden, die Bestand haben. Diese Studie enthält interessante Perspektiven für alle Unternehmen, die in den kommenden Jahren Erfolg in der Reisebranche haben wollen.“

Die von Amadeus in Auftrag gegebene Studie basiert auf einer Reihe von Branchen-Workshops und -Interviews aus den Branchen Technologie und Reisen. Mehr zur Untersuchung sowie die vollständige Studie hier.

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