Nehmt die Gamer ernst

04.09.2017  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Amadeus Blog: Wer zur Gamescom fährt, begeistert sich für IT. Gaming kann ein Einstieg in die Branche sein. Das weiß auch die Bundeskanzlerin.

Nehmt die Gamer ernst! Die Kanzlerin tut das auch. Weil Angela Merkel weiß, dass Gaming ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Die Spielebranche hat der Filmindustrie beim Umsatz bereits den Rang abgelaufen. Im vergangenen Jahr setzte sie weltweit 87 Milliarden Dollar um. In Deutschland erwirtschafteten nur in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die 29.000 Beschäftigten in der Computerspiele-Branche mehr als eine Milliarde Euro Umsatz. Wenn die Kanzlerin eine Messe eröffnet, dann nur bei einer bedeutenden Weltleitmesse. Das war bei der Computer-Spielemesse der Fall. Denn die Gamescom hat sich zur größten digitalen Spielemesse der Welt etabliert. Angela Merkel kam zum ersten Mal zu der Schau und erteilte der Branche mit ihrer Anwesenheit einen Ritterschlag.

Digitale Spiele: Kulturgut und Innovationsmotor

Sie stellte die Bedeutung digitaler Spiele als „Kulturgut und Innovationsmotor und Wirtschaftsfaktor von allergrößter Bedeutung“ heraus. Merkel ist selbst Naturwissenschaftlerin und kann sich an neuen technologischen Entwicklungen begeistern. Sie beklagte, immer noch zu wenig Mädchen und Frauen stiegen in die programmierenden Berufe ein.

Der Besuch der Kanzlerin zeigte aber auch: Die Computerspieler werden nicht mehr als nachtaktive Sonderlinge wahrgenommen, die etwas ungewaschen und mit leeren Hamburgerschachteln umgeben, Tag und Nacht vor riesigen Bildschirmen hocken.

Gamer sind im Leben angekommen

Gamer sind im Leben angekommen. Nicht umsonst ging die Gamescom 2017 mit einem Besucherrekord zu Ende – mehr als 350.000 Besucher aus 106 Ländern strömten durch die Koelnmesse – viel mehr als zur Buchmesse in Frankfurt beispielweise.

Wer sich als junger Mensch so für Computerspiele begeistert, dass er viel Geld für Fahrtkosten und Eintritt investiert, der hat einen guten Zugang zur IT-Branche.

Das finde ich auch. In Köln war der Nachwuchs – auch Talente für uns. Viele Gamer hatten Spaß an neuen Spielen und bunten Verkleidungen.

Warum Hanna für uns bloggte

Die jungen Leute waren sich aber durchaus bewusst: Gaming kann ein Einstieg in die IT-Branche sein. Deswegen hatten wir auch Anfang der Woche die 17-Jährige Hanna gebeten, uns mit einem Blog-Beitrag ihre Eindrücke vom Messe-Besuch zu schildern.

Viele Schüler und Studenten taten es Hanna gleich. Darum waren auch die Stände der Hochschulen dicht umlagert. Sie bieten Studiengänge wie „Game Design“ oder „Game Development“ an. Studenten stellten ihre Bachelor-Arbeiten aus, die kein Kinderkram waren, sondern spielens- und sehenswerte Software. Am Stand der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin konnte gezockt werden – Software, die von kleinen Studententeams entwickelt worden war. Das wissen Unternehmen wie Daimler, Aldi Süd oder der Verfassungsschutz, die während der Messe Praktikumsplätze und sogar Jobs im Bereich IT anboten.

Spielebranche bildet aus

„Wir bilden Leute für die Jobs der Zukunft aus“, sagte Yves Guillemo, Chef des größten europäischen Spiele-Herstellers Ubisoft. Das Unternehmen verkauft nicht nur Software, sondern vermarktet innerhalb der Spielewelten digitale Güter und Dienste. Waffen und Ausrüstungen für das mittelalterliche Fantasyspektakel „For Honor“ finden reißenden Absatz, für das Tanzspiel „Just Dance“ kann Musik abonniert werden. Das sorgt für wiederkehrende und damit planbare Geschäfte, Ubisoft-Manager Guillemo fordert junge Leute dazu auf, Programmieren zu lernen. Nur so könne mehr Verständnis dafür entwickelt werden, wie Maschinen „denken“.

Gaming als Impulsgeber für technische Innovationen

Die Reisebranche kann von den technischen Entwicklungen bei Spielen nur lernen. Etwa, wenn wir zukünftig unsere Kunden mit 3-D-Filmen von Destinationen oder Hotels begeistern könnten, ohne ihnen eine Brille aufsetzen zu müssen. Gaming ist der Impulsgeber für Technologien wie Virtual Reality. Die Spieler von heute treiben mit ihrer privaten Nachfrage den Netzausbau in Deutschland an, damit wir mit unseren lahmen 50 Mbit-Anschlüssen nicht den Anschluss an die Welt verlieren. Die Touristik braucht schnelles Internet. Es gibt in der Touristik viele abstrakte Dinge, die unseren Kunden mit guten graphischen Lösungen näher gebracht werden können. Die Spielebranche arbeitet hart daran, ihre Welten, die nur in Bits und Byte bestehen, immer realistischer aussehen zu lassen. Deswegen können wir in der Reisebranche von Entwicklungen beim Gaming profitieren.

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
Mehr über den Autor

Schreiben Sie einen Kommentar