Mühsam aber lohnend – mit OTDS aufs Treppchen

16.10.2015  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Tanja Vordermayer

Amadeus Blog: Mittlerweile gehört FTI Touristik zu den Veranstaltern mit der besten Preisgenauigkeit. Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da konnte FTI Touristik mit der Datenqualität nicht glänzen.

Die Lage hat sich inzwischen deutlich gebessert. Der Offene Touristische Datenstandard OTDS hat uns dabei geholfen. Unsere Preisgenauigkeit ist viel besser als früher, und der Import in die Vertriebssysteme von TravelTainment läuft messbar schneller.

Die Datenqualität hat bei der FTI GROUP einen sehr hohen Stellenwert, wir wollen dem Vertrieb Daten in sehr guter Qualität zur Verfügung stellen, daran arbeiten wir täglich – und OTDS war auf diesem Weg ein wichtiger Meilenstein.

OTDS hat auch zu einer Vereinheitlichung unserer Daten und zur Entlastung des Veranstaltersystems geführt, denn es ist ein sehr flexibles Format für alle Angebotstypen – bisher konnten wir fast alles abbilden, was wir auf Lager haben. Das muss auch so sein, denn ein Datenformat ist kein Selbstzweck, sondern soll sich auch nach den Anforderungen des Veranstalters richten.

Das ist die gute Nachricht. Die andere lautet: Die OTDS-Einführung war ordentlich Aufwand. Das gilt sowohl für das reine Programmieren als auch für die Organisation im Unternehmen. Unsere internen Prozesse sind gründlich reformiert worden, denn Produktverantwortliche, Datenmanager und IT-Spezialisten müssen viel stärker miteinander sprechen, als es bisher üblich war, damit die Produkte korrekt in die OTDS-Daten übersetzt werden.

Es hat sich zudem als sinnvoll erwiesen, vom Einfachen zum Komplexen vorzugehen, also zum Beispiel mit Nur-Hotel-Angeboten im OTDS-Format zu beginnen. Das erleichtert die Ursachenforschung, wenn etwas nicht klappt – und natürlich läuft nicht sofort alles glatt. Das bedeutet aber auch, dass OTDS mindestens dreimal eingeführt werden muss: für Nur-Hotel, für Nur-Flug und für Pauschalreisen.

Außerdem sind wir auch an Grenzen gestoßen. Zum Beispiel können die Inhalte der Angebote, wie zum Beispiel die Suche nach Flugzeiten, noch nicht voll ausgespielt werden: Das Format gibt viele Dinge her, die in den Frontends noch nicht auftauchen. Es fehlt auch noch eine Lösung für nicht-komplexe Daten, zum Beispiel Datenlieferungen von Bettenbanken, da diese im Normalfall nur den Preis enthalten, aber keine Regeln für die korrekte Berechnung.

Das Ziel, dass der Preis nicht das wichtigste Verkaufsargument sein darf, ist noch nicht immer erreicht. Aber OTDS ist ja als Brancheninitiative organisiert, damit wir diese Anforderungen gemeinsam angehen.

Der Einsatz des OTDS hat sich für die FTI GROUP definitiv gelohnt. Wer es uns nachmachen möchte, muss wissen, dass das offene und unabhängige Format Hirnschmalz und Einsatzbereitschaft braucht. Um es in Anlehnung an Karl Valentin zu sagen: OTDS ist schön, macht aber viel Arbeit. Da hilft kein Darumherumreden.

Über den Autor

Tanja Vodermayer arbeitet seit 2006 bei FTI Touristik, seit 2013 als Head of Data Management. In dieser Funktion verantwortet sie unter anderem die Themen Datenexporte und Datenqualität für alle Marken…
Mehr über den Autor

Schreiben Sie einen Kommentar