Moderne Nomaden der Reisebranche

05.11.2015  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Uta Martens

Amadeus Blog: Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Vertreter der Touristikbranche in Deutschland eine Art Nomadendasein – meist rund ums südliche Mittelmeer, manchmal aber durchaus auch in weiter entfernte Gefilde.

Wie an einer Perlenschnur reihen sich die Termine der Jahrestagungen der Reisevertriebsorganisationen auf. Ein Stand auf der Reisemesse, ein Workshop, die Teilnahme an einer Podiumsdiskussion – alle Varianten sind gleichermaßen beliebt. Mein Koffer wird bis Weihnachten nie weg-, sondern allenfalls umgepackt.

Fast direkt im Anschluss an den fvw Kongress macht den Anfang zumeist die RTK am ersten Oktober-Wochenende. Dann folgen – jedes Jahr in unterschiedlicher Reihenfolge – der AER e. V., Lufthansa City Center, TUI Travel Star, BEST-RMG, alltours Reisecenter und schließlich noch der DRV. Üblicherweise von Donnerstag oder Freitag bis Sonntag jagt ein Branchenhöhepunkt, ein Galaabend und eine Party die andere.

In diesen Wochen verbringe ich irgendwie mehr Zeit mit Branchenkollegen als mit meinem Mann.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Die Jahrestagungen des Reisevertriebs sind für uns so genannte Leistungsträger eine großartige Möglichkeit, unsere Reisebürokunden persönlich zu treffen. Wir schätzen den direkten Austausch und investieren gerne in diese Art der Präsentation. Für uns ist es nicht nur spannend, sondern in erster Linie sehr wichtig zu hören, was den Reisevertrieb bewegt und welche Themen besprochen werden müssen – mit Blick auf die Branche insgesamt und natürlich auch auf alles, was unser jeweiliges Produkt betrifft

Und ja, ich freue mich immer auf die Eröffnungsreden zur „Lage der Nation“ und den kernigen Humor von Kevin Keogh in den Diskussionsrunden. Ich höre genau hin, wie DRV-Präsident Norbert Fiebig seine Rede variiert, und ich finde es überaus beeindruckend, wie es den Organisationen immer wieder gelingt, ihre Mitglieder zu begeistern. Mich übrigens auch!

In diesem Jahr wird es mir allerdings nicht möglich sein, an allen Tagungen teilzunehmen, denn viele Organisationen zieht es wieder Schlag auf Schlag in die Ferne. Ob an die Algarve, nach Lissabon und Belek – gleich zweimal –, nach Fuerteventura und Hurghada – der Aufwand ist bei diesen Destinationen alleine aufgrund der An- und Abreisezeiten sehr viel höher, als wenn die Veranstaltung zum Beispiel im Europapark in Rust stattfindet, wie bei der BEST-RMG im vorigen und beim AER e. V. in diesem Jahr.

Im nächsten Jahr will der DRV gar nach Indien. Bestimmt eine tolle Destination, und trotzdem frage ich mich, ob das unbedingt nötig ist.

Uns Karawane der Leistungsträger scheinen die Organisatoren der Tagungen leider manchmal etwas zu vergessen. Dass wir alle mitkommen, ist irgendwie selbstverständlich. Und klar – wir wollen ja auch.

Ich bin tatsächlich etwas traurig, dass ich es nicht schaffe, überall dabei zu sein. Gerne hätte ich Sie alle persönlich getroffen. Bitte bleiben Sie uns gewogen, und vielleicht entscheidet sich ja im nächsten Jahr die eine oder andere Reisevertriebsorganisation für eine Tagung in der Heimat – quasi als Ausgleich fürs Fernweh des DRV.

Das wäre wirklich schön.

Über den Autor

Uta Martens ist seit Mai 2018 Sales Director Retail Global Accounts und in dieser Funktion weltweit verantwortlich für die Betreuung und den Vertrieb an internationale Großkunden. Darüber hinaus ist sie…
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