Mitten im Geschehen

02.12.2019  /  4 Minuten Lesezeit
Autor:
Andreas Stendera

Amadeus Blog: Auf der VDR & GBTA Conference 2019 in München zeigte sich, dass die Diskussionen um Kostensenkungen zurückkehren. Andreas Stendera war mittendrin und berichtet.

Wann immer ich in diesen Tagen eine Zeitung aufschlage oder auf dem Smartphone aufrufe, lese ich über die Möglichkeit einer kommenden Wirtschaftsflaute, wenn nicht gar Rezession. Für Travel Manager steckt darin ohne Zweifel auch eine Chance. Denn diese Nachrichten liefern gute und überall verfügbare Argumente, um die Reiserichtlinien zu optimieren. Um also zum Beispiel die Preferred Carrier stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Oder um die Buchung über Tools wie cytric Travel & Expense noch einmal zu forcieren und mit den umfangreichen Prozessvorteilen – Sie wissen es – die Sekundärkosten zu senken.

Die VDR & GBTA Conference 2019 neulich in München hat bestätigt, dass es im Markt gegenwärtig um genau diese Fragen geht. Die Kundengespräche am Amadeus Stand, der zwischen Eingang und Center Stage mitten im Geschehen lag, drehten sich stark um die Rolle der Travel Manager. Sie sehen sich im Zwiespalt zwischen dem Traveler Wellbeing, das in den vergangenen Jahren in den Diskussionen ganz weit vorne stand, und den neuen Forderungen nach Kostensenkungen. Es ging viel um die stärkere Steuerung von Content, und zwar idealerweise so, dass die Reisenden selbst die Veränderungen gar nicht mitbekommen. Was bei Vielreisenden gar nicht so einfach ist, da sie ihre Strecken und das Angebot sehr genau kennen.

Sparen oder nicht? Die Resultate zählen

Das Thema ist hoch emotional und wird in jeder Wirtschaftsflaute neu diskutiert. Gelernt hat die Branche aus den vergangenen Krisen, dass blindes Sparen nichts bringt und es auf die Resultate ankommt. „Natürlich lassen sich Kosten sparen, indem wir das Reisen einfach verbieten. Aber das bringt ja nichts“, fasste es einer der Travel Manager am Stand zusammen. Ganz genau.

Umso wichtiger sind schlanke Prozesse. Entsprechend groß war in München das Interesse daran, was cytric Travel & Expense so alles zu bieten hat. Wir erhielten viel Lob für unsere neue, intuitiv bedienbare Nutzeroberfläche – und zwar auch von Nicht-Kunden, was uns sehr gefreut hat. Denn cytric wird jetzt sowohl Viel- als auch Seltenreisenden gerecht. Der Bildschirm zeigt zunächst die Angebotsübersicht mit allen entscheidungsrelevanten Informationen, was denen vollauf genügt, die das Tool nur hin und wieder nutzen. Heavy User dagegen finden an vielen Stellen durch einen Klick all die Details, die sie interessieren. Sie schauen nun einmal mit anderen Augen auf ihre Geschäftsreisen, und diesen Blick erlauben wir ihnen, ohne die anderen zu verwirren.

cytric als Digital Connected Platform

Travel Manager sitzen also erneut zwischen den Stühlen, stehen zwischen den Fronten, oder sagen wir es positiv: mitten im Geschehen. Amadeus reagiert darauf, indem wir cytric zu einer umfassenden  Digital Connected Platform ausbauen. Über sie erhalten Travel Manager und ihre Reisende über den Kernprozess Buchung/Reise/Reisekostenabrechnung hinaus künftig Zugriff auf eine Vielzahl von Services, die unmittelbar mit der Reise zu tun haben und vollständig in die Prozesse integriert werden.

Bestes Beispiel: Pünktlich zur Konferenz in München haben wir unsere Partnerschaft mit der Unternehmensberatung KPMG in Großbritannien bekannt gegeben. Gemeinsam arbeiten wir an einer Lösung, mit der Unternehmen und ihre Mitarbeiter während der gesamten Reise Informationen unter anderem zu Einwanderungs-, Steuer- und behördlichen Regularien erhalten. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie durch intelligente Digitalisierung die Prozesse verkürzt, Fehler vermieden und so Sekundärkosten gespart werden.

Travel Manager werden zunehmend nicht nur zum Moderator der Digitalisierung, sondern zum Initiator. Schließlich berühren Reisen viele Stellen im Haus, die genannten Einwanderungs- und Steuerfragen zum Beispiel die Personal- und Finanzabteilungen. Das macht die Rolle des Travel Managements komplexer. Wir sehen unsere Aufgabe darin, die Komplexität durch Technologie gleich wieder zu senken.

Die Vision einer durchgehenden Reisenden-ID

Ein gutes Beispiel dafür wiederum sind die Ideen, die Sergio Crimi, Innovation Management Specialist bei Amadeus, in München vortrug. In der Session „Silver Bullets – Digital Innovations in Business Travel“ stellte er die Vision einer durchgehenden Reisenden-ID vor. Statt sich an verschiedenen Schaltern und Gates immer und immer wieder auszuweisen, soll zukünftig zum Beispiel der bloße Fingerabdruck reichen, um vom Flughafeneingang bis auf den Flugzeugsitz zu kommen (sei es Business, sei es Economy). Möglicherweise sogar bis in den Mietwagen und bis ins Hotelzimmer.

Sergio formulierte die Anforderungen an eine technische Lösung, die das ermöglicht. Sie braucht folgende Adjektive:

  • Transversal. Sie begleitet den gesamten Reiseprozess.
  • Langlebig. Ein Reisendenprofil kommt für viele Reisen zum Einsatz.
  • Verlässlich. Die Profile sind mit Behördendaten abgeglichen.
  • Verhältnismäßig. Die Daten sind zweckgebunden – sie werden ausschließlich für die Abwicklung von Reiseprozessen eingesetzt.
  • Kontrolliert. Die Daten gehören den Reisenden, niemandem sonst.
  • Offen. Verschiedene ID-Provider können integriert werden.

Das Wort „End-to-End“ bekommt dadurch eine ganz neue Bedeutung, denn Ziel ist die End-to-End-Identität. Sie soll laut Sergio schon in den kommenden paar Jahren zur Realität werden.

Damit wird ein weiterer zentraler Prozess des Reisens vollständig digitalisiert. Und Amadeus ist wieder einmal mitten im Geschehen.

Über den Autor

Andreas Stendera ist Director Corporations der Central Region bei Amadeus.
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