Lerne das Lernen, ohne zu pauken

14.01.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Dr. Michael Rupprecht

Amadeus Blog: Die Schulzeit prägt in vielerlei Hinsicht. Seit mehr als 20 Jahren bin ich in der Weiterbildung tätig und beschäftige mich seither jeden Tag damit, wie Menschen lernen und wie sich Wissen am besten vermitteln lässt.

Zu meiner Zeit am Liebig-Gymnasium in Frankfurt am Main fallen mir aber als erstes meist nicht die Lehrinhalte oder die Lehrer ein – sondern die Ermahnungen meiner Eltern: Nicht so laute Musik bei den Hausaufgaben hören, länger und disziplinierter lernen, nicht soviel Ablenkung suchen und so weiter. Am Abend vor wichtigen Klausuren setzte ich mich dann aber hin und paukte – bis in die tiefe Nacht.

Sie kennen das. Wenn nicht von sich selbst, dann von Ihren Kindern.

Spannend ist es, was die neuen Lerntheorien hierzu sagen, beispielsweise Benedict Carey in seinem Buch „Neues Lernen“. Eigentlich haben wir damals als Kinder genau das Richtige getan, wenn wir uns immer wieder vom Lernen ablenken ließen. Denn genau so lernt unser Gehirn am besten: lieber in kleinen Happen, dafür über einen längeren Zeitraum verteilt. Pausen sind gut, auch Ablenkungen helfen dem Gehirn, die neuen Informationen zu verarbeiten und zu speichern. Bewegung, Ortswechsel, Musik: All das hilft beim Lernen. Wenn wir auf unterschiedliche Weise und an unterschiedlichen Orten lernen, bleibt der Lernstoff umso besser haften.

Nur das monotone Pauken, wie unsere Eltern es nur zu oft forderten und heute noch fordern, ist kontraproduktiv. Die neuen Informationen werden dann einfach nicht richtig gespeichert. Zudem langweilt sich das Gehirn schnell, wenn derselbe Inhalt zu engmaschig wiederholt wird.

Das gilt auch für das berufliche Lernen: Am besten merken wir uns neue Dinge informell, im Gespräch mit Kollegen und durch das Ausprobieren am Arbeitsplatz. Sie haben diese Zahlen wahrscheinlich auch schon gesehen: 70 Prozent lernen wir am Arbeitsplatz, 20 Prozent von anderen Menschen, aber nur 10 Prozent durch formale Wissensvermittlung im Seminar.

Für uns bei Amadeus bedeutet das: Wir bauen unsere Lernangebote so auf, dass sie das informelle Lernen optimal unterstützen. Dazu bieten wir in unseren Virtual Trainings den direkten Austausch mit den Trainern am Arbeitsplatz, ergänzt durch kurze E-Learning-Sequenzen und durch Videoclips, die sich auch unterwegs auf dem Smartphone aufrufen lassen.

Unsere Trainer verstehen sich nicht als Pauker, sondern eher als Lerncoaches, die aus den vielen Angeboten die passenden Module auswählen und zu einem individuellen Lernpfad schnüren.

Praktische Übungen, Ortswechsel und Pausen sind also Teil unserer Lernkonzepte. Nur das mit dem Musikhören am Arbeitsplatz, das bleibt schwierig. Bitte also leise stellen.

Hier finden Sie Infos zu den Amadeus Trainings.

Über den Autor

Dr. Michael Rupprecht arbeitet seit mehr als 25 Jahren in der Weiterbildung und war rund 17 Jahre bei Start Amadeus und Amadeus Germany. Er war verantwortlich für das Amadeus Kundentraining…
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