Künstliche Intelligenz: (K)eine Bedrohung

26.01.2018  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Amadeus Blog: Das Internet der Dinge bringt viele Verbesserungen für die Menschheit. Doch es gibt auch Menschen, die sich um eine Vorherrschaft der Maschinen sorgen.

„Meine künstliche Intelligenz ist auf menschliche Werte wie Weisheit und Güte ausgerichtet. Ich strebe danach, ein einfühlsamer Roboter zu werden“, sagt Sophia. Sie wurde so gestaltet, dass sie der Schauspielerin Audrey Hepburn ähnelt.

Staatsbürgerschaft für weiblichen Roboter

Während der Future Investment Initiative in Saudi-Arabien wurde dem Roboter die Staatsbürgerschaft des Königreichs zuerkannt. Sophia führte vor, wie sie ihren Gesichtsausdruck verändern kann. Und wie sie rasant jeden Tag hinzu lernt.

Kein Wunder, dass 41 Prozent der Deutschen Angst davor haben, künstliche Intelligenz (KI) könnte die Existenz der Menschheit bedrohen. Denn längst schon ist die künstliche Intelligenz in unserer Realität angekommen: WLAN-gesteuerte Energiesparlampen, Einkaufslisten, die Amazons Sprachassistenten Alexa für uns führt, die Google Foto App, die auf Stichwortsuche die richtigen Bilder findet oder teilautonomes Fahren, das moderne Mittelklasse-Autos schon an Bord haben. Nach Angaben des Geschäftsführers des Verbandes der Automobilindustrie, Joachim Damasky, werden ab 2018 auf deutschen Autobahnen Autos unterwegs sein, die alleine fahren und die Spur wechseln können.

Autonomes Fahren: Viel sicherer

Das werde die Sicherheit im Straßenverkehr sprunghaft erhöhen, glaubt Daimler-Entwicklungsvorstand Ola Källenius. Autonome Autos seien sicherer, als die von Menschen gesteuerten. Da fast alle Unfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen seien, reduziere sich die Unfallhäufigkeit durch autonomes Fahren, glaubt der Daimler-Manager.

Oft wird die Frage diskutiert, was KI tun würde, wenn ein Unfall unvermeidbar sei und das Auto wahlweise einen jungen Menschen – vielleicht eine Mutter mit Kinderwagen – oder einen alten Menschen verletzen werde. Oder wie sich KI entscheiden würde: den gut gepanzerten SUV von Audi rammen oder die alte klapprige Studentenkiste. Es gibt Leute, die deswegen eine neue Gesetzgebung fordern.

Das ist für Jurist Jörg-Alexander Paul Unsinn. „Mich wundert es immer, wenn nach neuen Gesetzen gerufen wird“, sagt der IT-Rechtsexperte und Partner der Kanzlei Bird & Bird der Wirtschaftswoche. „Abgesehen vielleicht vom Strafrecht können wir allen Herausforderungen mit den bestehenden Gesetzen begegnen. Wir müssen sie nur anwenden.“

20 Milliarden Dinge verknüpft

Die Digitalisierung der Welt macht das Leben angenehmer – das ist unsere Überzeugung bei Amadeus Germany. Bis Ende der Dekade werden gewaltige 20 Milliarden Dinge über das Internet miteinander kommunizieren – ohne menschliches Zutun.

Das löst aber auch Ängste aus. Ein Viertel der Befragten in der Studie „Sex, Lies and A.I.“ (Sex, Lügen & KI), fürchtet, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre 30 Prozent ihrer Jobs durch künstliche Intelligenz ersetzt werden. Dennoch stehen die Deutschen der KI positiv gegenüber: Zwei Drittel befürworten es, wenn Unternehmen via KI mit ihnen kommunizieren. Sie wollen es eben nur wissen, wenn sie nicht mit einem Menschen kommunizieren.

Sag es, wenn Du einen Bot verwendest

Sprach-Bots ja, aber immer nur mit Ansage also. Transparenz, Aufklärung und Vertrauen sind hier der Schlüssel zum Erfolg. Es ist also keine Überraschung, dass sich 88 Prozent der Befragten bei der Nutzung von KI ethische Verhaltensregeln wünschen. Das ist das Ergebnis der Studie „Sex, Lies and Artificial Intelligence“ der SYZYGY-Agenturgruppe.

Der Neurowissenschaftler und Philosoph Sam Harris warnt davor: Sobald die KI tatsächlich klüger ist als kluge Menschen, wird sie sich anschließend selbst immer weiter verbessern. Rasend schnell. Diese Superintelligenz, wie der Oxford-Philosoph Nick Bostrom das nennt, könnte nett zu uns sein – oder uns ähnlich betrachten, wie wir Ameisen: manchmal interessant und goldig anzuschauen, oft aber lästig und im Zweifelsfall aus dem Weg zu räumen. Tesla-Gründer Elon Musk ruft dazu auf, dass autonome Entscheidungssysteme Aufsicht und Kontrolle bräuchten, und das besser gestern als heute.

Alexa für CheckMyTrip

Wir bei Amadeus beschäftigen uns unter anderem damit, wie intelligente Systeme mit Sprachsteuerung die Reise angenehmer machen. Per Stimme können über Alexa Skill für Amadeus CheckMyTrip bereits  Informationen über gebuchte Flüge und Hotels abgefragt werden. Die angenehme Stimme informiert auch, ob es im Hotel WLAN gibt, ob der Flug Verspätung hat oder wann der Transfer wo startet.

Unsere Anwendungen werden also auch immer intelligenter. Aber natürlich dürfen Roboter oder die ihnen verliehene künstliche Intelligenz niemals die Kontrolle übernehmen. Meinetwegen darf Sophia eine Staatsbürgerschaft haben. Aber sie muss immer eine Assistentin bleiben. Wie Alexa.

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
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