ITB 2017: Trump, Pepper und die Grenzen

09.03.2017  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Beate Zwermann

Amadeus Blog: Die ITB ist politischer denn je, ein Roboter verdreht den Menschen den Kopf, und die Technologiehallen brummen so, wie es ihnen gebührt. Beate Zwermann zieht eine persönliche Bilanz der ersten Messetage.

Die ersten Messetage und Partynächte der ITB 2017 sind vorbei, die großen Themen sind gesetzt – und die ITB ist sehr politisch in diesem Jahr. Die Türkei wurde nicht nur durch den Besuch des Außenministers zum Thema. Und die Eröffnungsfeier kam nicht um den US-Präsidenten Donald Trump herum. Hier ging es um Mauern, die man nicht aufbauen sollte, und um die Rolle der Reisebranche in dieser neuen Welt. An dieser Stelle sollte man daran erinnern, dass sich selbst einsperrt, wer andere aussperrt. Jedes Reiseziel lässt sich vertagen. Dann eben nicht in die USA dieses Jahr – warum nicht ins ITB-Gastland Botswana reisen? Und warum nicht Elefanten beobachten statt kalifornischer Seelöwen? Genau. Die Welt ist groß.

Gerade die Travel Technology steht für die Überwindung von Grenzen.

Es ist die ureigenste Aufgabe der Vertriebssysteme, die Wertschöpfungskette vertikal zu integrieren. Also (ohne Fremdwörter ausgedrückt) eine durchgehende Verbindung zu schaffen von den Produzenten zum Vertrieb und weiter bis zu den Endkunden, zum Beispiel über die Travel App oder die Amadeus Dynamic Travel Documents. Auch das OTDS-Logo, das an vielen Ständen zu finden ist, zeugt von weniger Mauern statt mehr. Hier arbeiten Wettbewerber eng zusammen, um zum Wohle aller den Offenen Touristischen Datenstandard zu etablieren. Dass Marktführer TUI Deutschland auf OTDSumrüstet, ist ein wichtiges Signal.

Und noch jemand schafft Kontakte, statt zu trennen: Pepper.

Sie haben über den Roboter sicher schon einiges gelesen (zum Beispiel hier im Blog). Seine Erfinder sind gerade auf Deutschlandtournee und haben auch einen Präsentationstermin auf dem ITB-Kongress. Während Pepper dort nur eine halbe Stunde in Aktion tritt, ist einer seiner Kollegen bereits am Amadeus Stand voll im Einsatz und zeigt, was er künftig für Reisebüros und ihre Kunden leisten könnte. Der Pepper mit Amadeus Software ist seit dem ersten ITB-Tag ein Superstar. Zwei Fernsehsender waren schon da (morgen kommt der dritte), kaum ein Besucher, der kein Selfie mit ihm will, und niemand, der nicht einfach entzückt die Augen verdreht. Echt wow und ein Beweis, dass die Menschen offen sind für völlig Neues und ganz Fremdes.

Dass Pepper sein Publikum findet, liegt auch daran, dass die Tech-Hallen brummen. Sie führen schon lange kein Schattendasein mehr auf der ITB. Vor zehn Jahren hatte kaum noch ein IT-Unternehmen einen Stand in Berlin. Seitdem wächst die Zahl der Aussteller wieder, der Platz wird knapp, einige Firmen mussten in Halle 7 ausweichen. Im Maschinenraum der Reisebranche spielt die Musik.

Der Stand von Amadeus, Traveltainment, Pixell und Travel Audience liegt nicht nur wortwörtlich im Zentrum der Halle 5.1, sondern ist tatsächlich ein zentraler Knoten für die ganze Branche, und zwar ein internationaler. Außer Deutsch wird vor allem Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch gesprochen. „Unsere Kunden kommen zu uns, um mit uns über die Zukunft zu sprechen“, sagt Uta Martens, Geschäftsführerin Amadeus Germany. „Wir sind stolz darauf, mit unserer Technologie weiterhin die Zukunft der Reisebranche mitzugestalten, und zwar weltweit.“

Und so buchen türkischstämmige Deutsche in einem von Spaniern geführten Reisebüro das Angebot eines britischen Veranstalterkonzerns Richtung Südamerika und fliegen dabei mit einer US-Airline.

Geht doch.

Über den Autor

Beate Zwermann ist seit 2007 als externe Pressesprecherin für Amadeus Germany, die Amadeus IT Group Madrid und seit 2013 auch für Traveltainment unterwegs. Die gelernte Journalistin bringt es auf 25…
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