Handwerker mit Innovationsgeist

14.03.2017

AUSTRIA SPECIAL: Hannes Schwarz ist ein zupackender Geschäftsführer mit Bodenhaftung und vielen Ideen.

Vom Westbahnhof in die Geschäftsführung von FCM: Hannes Schwarz

„Eigentlich“ wechselt man nicht von einem Global Player zu einem familiengeführten Unternehmen. „Eigentlich“ hat er Chemielaborant gelernt, ist als junger Mann zum Betriebsrat gewählt worden. „Eigentlich“ wollte er Lehrer werden, aber dann kam alles anders.
Hannes Schwarz, Geschäſtsführer bei FCM Travel Solutions Columbus Business Travel GmbH, hat einen kurvenreichen Berufsweg zurückgelegt. Aber um das Wort „eigentlich“ hat er sich nie geschert. Er geht seinen Weg, so wie es der jeweiligen Situation angemessen ist.

Wir treffen uns im Gasthaus Leupold in der Schottengasse, nur wenige Meter von seinem Büro am Wiener Universitätsring entfernt. Das Leupold ist nicht nur ein Traditionsgasthaus, sondern auch eines, das die Tradition der klassischen Wiener Küche hochhält. „Hier kann man ganz entspannt zu Mittag essen“, sagt Schwarz, der jetzt schon vier Jahre bei FCM Columbus tätig ist.
Er strahlt Selbstsicherheit und Ruhe aus und man glaubt ihm gern, dass er den Wechsel zu einem inhabergeführten Unternehmen nicht bereut. Dass er ein gefragter Gesprächspartner innerhalb und außerhalb der Branche ist, liegt nicht nur an seinem Engagement bei den beiden Branchenverbänden abta und ÖRV, sondern an seiner pragmatischen, zupackenden Art, verbunden mit einer direkten, klaren Sprache: „Ich habe mein Handwerk gelernt“, sagt er selbstbewusst. Daher kann er alle Themen, die mit Airlines und Flug zu tun haben, mit großer Sachkenntnis beurteilen.

Anfänge bei Zuklin

Begonnen hat alles im Reisebüro Zuklin, wo er damals noch in der Felberstraße in der Nähe des Westbahnhofs deutsche Urlauber betreute. Zuklin-Geschäſtsführer Kurt Neugebauer engagierte ihn dann für die Flugabteilung. 13 Jahre arbeitete er bei Zuklin in einem, wie er sagt, „tollen Team“. Im Alter von 35 Jahren wechselte er zu Carlson Wagonlit Travel (CWT), wo er mit seinem Chef Walter Ruggli einen Expansionskurs fuhr. „Wir haben das Geschäſtsvolumen vervierfacht auf zuletzt 80 Millionen Euro.“

Rascher Aufstieg

Er wurde zum Leiter des Business Travel Centers in Wien ernannt, erhielt Einzelprokura und war für die Märkte Österreich und Slowenien verantwortlich. Diese Zeit war durch technologische Umbrüche geprägt. IT-Themen hat der immer an Innovationen interessierte Schwarz schnell aufgenommen. Die Automatisierung des Ticketing-Prozesses und der Fakturierung, die Einführung von Travel-Management-Tools bei großen Kunden und neue Reporting-Formate gehörten und gehören immer noch zu den großen Themen in der Branche.

Technik-Innovateur

Er ist aber nicht bei diesen Themen stehen geblieben, sondern hat mit den IT-Partnern Amadeus, Umbrella und Midoco neue Initiativen angestoßen und bei seinem neuen Unternehmen FCM Columbus umgesetzt. In dem Bereich Robotics sieht er FCM Columbus als technischen Pionier. Mit dem „Multinational Pricer“ von Umbrella sucht er für seine Kunden nach preiswerten Flugtarifen in anderen Märkten, für die Umbrella-Lösung zur Synchronisierung von Kundenprofilen („Faces“) war er sogar der Initiator. All diese Initiativen folgen dem großen Ziel: „Wir müssen produktiver werden.“

Ein optimistischer Realist

Hannes Schwarz ist von Natur aus Optimist, aber dennoch sagt er: „Wir müssen uns auf schwierige Zeiten einstellen. Ein gutes Business-Travel-Reisebüro hat seine Berechtigung, wenn es günstig produzieren kann.“
Privat steht in der nächsten Zeit ein Einschnitt bevor: Er wird zum zweiten Mal heiraten. Aus erster Ehe hat er zwei erwachsene Kinder, mit denen er in engem Kontakt steht. Er reist gern und viel und ist sportlich gut unterwegs – was bisweilen schmerzhaſte Spuren hinterlässt. Aber ein Hannes Schwarz ist ein Kämpfertyp, der nicht aufgibt.

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