Gute Ideen im Boxring

30.06.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Daniel Monhof

Amadeus Blog: Ein Sharing-Economy-Konzept für Meetingräume

Was erwartet Sie bei einem Airbnb für Konferenzräume? Roof up, Mc Loft, Ahoi Workshop Room oder doch lieber Downtown Church? Die Namen der Meeting-Räume versprechen kreative, stimulierende Umgebungen, die entsprechend produktive Besprechungen hervorbringen sollen.

Eine Studie über die Verschwendung von Arbeitszeit auf Basis von Untersuchungen bei 17 internationalen Konzernen enthüllt, dass rund 15 Prozent der Arbeitszeit der gesamten Belegschaft auf Meetings entfällt, Tendenz weiter steigend. Viele Besprechungen finden angeblich eher aus reiner Gewohnheit statt. Und, spätestens jetzt dürfte sich mindestens jeder Zweite mal kurz am Kopf kratzen: Beginnt eine Sitzung nur fünf Minuten zu spät, weil noch nicht alle da sind, entspricht das etwa acht Prozent der Meetingkosten. In einem der untersuchten Unternehmen haben 20 Prozent der Konferenzteilnehmer während der Sitzung im Schnitt alle 30 Minuten drei oder mehr Mails verschickt …

Ob in dieser Atmosphäre wirklich die Ideen sprudeln? – Raus aus dem Unternehmensalltag und rein in kreative Meetingkulturen in außergewöhnlichen Locations könnte dafür eine passende Maßnahme sein. Mitarbeiter, Kunden und Partner sollen dort angeregt werden, sich wieder aktiv am Geschehen zu beteiligen und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Diesen Gedanken  hat ein interessantes Start-up in eine Geschäftsidee übertragen. Spacebase, ein 2014 gegründetes Unternehmen mit zwölf Mitarbeitern und Sitz in Berlin, ist eine Buchungsplattform für außergewöhnliche Meetingräume – quasi ein Airbnb für Konferenzen. Denn vorhandene Kapazitäten, die starken Nachfrageschwankungen unterliegen, sollen optimaler ausgenutzt werden. Davon profitieren zum einen Unternehmen, die inspirierende Räume günstig und auch auf Stundenbasis mieten können, und zum anderen Anbieter und Besitzer einzigartiger Locations (es kann auch ein Boxring sein), zumal Spacebase die Bearbeitung von Anfragen, Angeboten, Buchungen und Abrechnungen übernimmt. Die Bezahlung an Spacebase läuft provisionsbasiert, wobei die Provision auf Seiten der Raum-Anbieter anfällt.

Ein Modell, das uns bei Amadeus gefällt. Transparente Buchungsplattformen sind schließlich unser Metier. Zudem gefällt uns die Idee der pfiffigen Gründer, Schwung in die traditionelle Branche der Business-Events zu bringen. Das Team greift bereits auf Locations aus 15 Städten und elf Ländern zu, Location-Scouts ergänzen das Portfolio stetig.

Nach einem ersten Gespräch auf der ITB und einem vertiefenden Workshop in einer beeindruckenden Frankfurter-Osthafen-Location stand für uns fest: Amadeus möchte dieses innovative Start-up mit Know-how unterstützen. Mittlerweile sind wir Teil des Mentoren-Programms von Spacebase und stellen unser Branchenwissen, unsere Erfahrung und stellenweise auch unsere Kontakte für den Auf- und Ausbau ihres Geschäfts zur Verfügung.

Letztlich ist diese Form der partnerschaftlichen Zusammenarbeit für uns ein Experiment. Und auch wir profitieren davon: Wir lernen aus erster Hand, wie Sharing Economy funktioniert, und schauen uns die schnelle Arbeitsweise eines Start-ups an. Dort werden Dinge einfach ausprobiert oder die Akzeptanz des Kunden ohne Scheu getestet. Wir lernen von ihren Ideen und können in Ruhe prüfen, welche Möglichkeiten einer tieferen Zusammenarbeit sich bieten. Wir sind selbst gespannt!

Über den Autor

Daniel Monhof ist im Bereich Business Development bei Amadeus Germany seit Mitte 2015 auf der Spur interessanter Zukunftsperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten, die weit über den reinen GDS-Horizont hinausgehen. Sein sportliches Hobby,…
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