Gruss aus Kasachstan

18.10.2018  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Top of the Week: Sascha Nau hat sich bei den Kollegen in Zentralasien umgeschaut. Und staunt, wie gleichzeitig vertraut und anders das Reisegeschäft dort funktioniert.

Anfang Oktober war ich in Kasachstan. Seit auf meiner Visitenkarte Head of Marketing Communication Retail NECSE steht, gehört das Land zu meinem Aufgabenbereich. Also bin ich für eine halbe Woche in das Amadeus Büro in Almaty geflogen, dem ehemaligen Alma-Ata. Dort sind 25 Kolleginnen und Kollegen mit ihrer Chefin Tatiana Akulova nicht nur für das Land selbst, sondern für einen Großteil der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten zuständig (ohne Russland).

Ein tolles Reiseziel!

Als Reiseziel ist das Land offenbar nicht sehr geläufig – unverdientermaßen. Eine Reisebüroinhaberin aus Frankfurt, der ich von der Reise erzählte, kannte weder Almaty noch den Drei-Letter-Code des Flughafens (ALA). Außerhalb des Airports habe ich ausschließlich kyrillische Schilder gesehen, kein Wort Englisch. Für die drei Kilometer Fußweg zwischen Hotel und Amadeus Büro brauchte ich daher mein Navi. Andererseits war es ein Kinderspiel, in einem der Reisebüros einen Wagen samt englischsprachigem Fahrer zu buchen, der mich so hoch in die Berge gefahren hat, dass ich bis nach Kirgisistan schauen konnte. Der Unterschied zwischen der pulsierenden Großstadt mit Schachbrett-Grundriss, wuchtigen Hochhäusern und breiten Straßen voller SUVs einerseits und der kargen, weiten und ziemlich leeren Berglandschaft andererseits ist krass und unbedingt eine Reise wert. Frankfurt vs. Feldberg? Kinderkram dagegen.

Geschäftsbesuche sind ein Muss

Das Reisegeschäft in Kasachstan und seinen zentralasiatischen Nachbarn funktioniert auf den ersten Blick wie bei uns. Es gibt eine große Zahl an Reisebüros, in der Mehrzahl mittelständische oder kleine Unternehmen, die gut arbeiten, wie meine Limousinenbuchung mir bewiesen hat. Sie nutzen fast alle Amadeus, die Marktanteile wirken wie Wahlergebnisse aus Zeiten der Sowjetunion. Damit das so bleibt, legen sich die Kollegen in Almaty ins Zeug – vor allem reisen sie sehr viel. Wie sie mir erzählten, ist persönlicher Kontakt in Kasachstan enorm wichtig, viel wichtiger als im prozessbegeisterten Deutschland. Geschäftsbesuche sind ein Muss, ziehen sich gern über den ganzen Tag hin und bringen viel Tee mit sich.  Das klingt nach einem bequemen Job, aber gegen dieses Vorurteil sollten wir in der Reisebranche immun sein. Es ist echte Arbeit.

Ich bin doppelt zufrieden zurückgekehrt. Erstens: Wie überall steht auch in Kasachstan viel zu tun an, aber Tatyana und ich sind zuversichtlich, dass wir das hinbekommen. Zweitens: Auch für mich als Vielreisender war diese Geschäftsreise ein Erlebnis. Echte Arbeit – aber mit einem Schuss Gänsehaut.

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
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