Gesichtserkennung – her damit!

12.07.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Amadeus Blog: Warum neue Software wie FindFace vor allem Chancen bietet

Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten: Die russische App FindFace kann einen Menschen aufgrund eines einzigen guten Gesichtsfotos erkennen und seine Profile in sozialen Netzen ausfindig machen. Wenn auch erst einmal lediglich im russischen Facebook-Pendant VK. Dort aber soll das bereits mit Trefferquoten von 70 bis 90 Prozent funktionieren.

Natürlich kann man gleich den Überwachungsstaat heraufbeschwören, wie Stefan Becker es hier tut. Aber das wäre dasselbe, wie die Hersteller von Äxten für Axtmörder verantwortlich zu machen.

Die Bedenken gegen die Möglichkeiten, unbemerkt Fotos zu schießen und zu verwenden, sind seit der Diskussion um die vorerst gescheiterten „Google Glasses“ gut bekannt. Niemand, der solche Technologien anwenden möchte, kommt darum herum, Antworten auf diese Fragen zu finden.

Außerdem wandelt sich langsam, aber stetig, das Verhältnis der Menschen zu ihren Daten. Auf Xing oder LinkedIn kann jeder Eingeloggte ganz offiziell Lebensläufe, Stärken und Fähigkeiten der anderen Teilnehmer begutachten. Von den privaten Informationen auf Facebook ganz zu schweigen. Das Rabattsystem Payback zählt 27,5 Millionen aktive Kunden60 Prozent der Deutschen sind Mitglied und sehen es offenbar ganz entspannt, dass ihr Einkaufsverhalten in eine Datenbank fließt und auswertbar wird.

Daher gilt Bangemachen nicht. Gesichtserkennung in Echtzeit bietet vor allen Dingen Chancen

„Spiegel Online“ hat sie sehr schön beschrieben: Wer vor einem Schaufenster steht, wird von einer Kamera aufgenommen, die Software sucht das dazugehörende Social-Media-Profil, sodass der Ladeninhaber ein personalisiertes Angebot zum Beispiel für genau die betrachtete Kreuzfahrt-Werbung an das Profil schicken kann (oder für den Fernseher oder das Sommerkleid).

Das wiederum ist nichts weiter als die Verlängerung der bekannten und bewährten programmatischen Werbung in die physische Welt

Eine ausgeklügelte Software sorgt dafür, dass Besucher einer Website genau die Werbung gezeigt bekommen, die sie in diesem Moment interessiert. Zum Beispiel über das Retargeting, das sich merkt, welche Produkte ein Nutzer anschaut. Travel Audience hat das mit eigens für die Reisebranche entwickelter Technologie perfektioniert. Software wie FindFace hebt diese Prinzipien aus dem Netz heraus.

Daran ist nichts Erschreckendes. Wie bei jeder neuen Technologie geht es darum, sie verantwortungsvoll zu nutzen. Darin unterscheidet sich Gesichtserkennung nicht von Äxten.

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
Mehr über den Autor

Schreiben Sie einen Kommentar