Einfacher Reisen mit digitaler ID

28.08.2019  /  2 Minuten Lesezeit

Trends: Die Zahl der Reisenden wächst weiter. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenschutz und Sicherheit. Könnte die digitale Identität der Schlüssel zum reibungslosen Reisen sein?

Die IATA prognostiziert ein Wachstum der Reisenden auf 7,8 Milliarden im Jahr 2036. Mehr Reisende plus wachsende Standards bei Datenschutz und Sicherheit machen Reiseprozesse noch komplexer. Kann die digitale Identität ein Schlüssel dazu sein, dieser Komplexität entgegenzuwirken? Diese Frage beantwortete  Laurent Conjat, Traveler ID Innovation Manager bei Amadeus, während einer Präsentation auf der Global Business Travel Association Convention im August in Chicago mit einem klaren „Ja“. Seine Kernbotschaft: Digitales Identitätsmanagement kann eine reibungslose und gleichzeitig sichere Reiseumgebung schaffen, die über die verschiedenen Touch Points hinweg konsistent ist – von Fluggesellschaften über Hotels bis hin zu Mietwagen und mehr. „Heute tut jede Station in der Reisekette so, als ob sie dich nicht kennen würde, weil wir mit Silos arbeiten“, sagt Conjat. „Das führt zu wiederholten und zeitaufwändigen ID-Prüfungen.“

Vereinfachte Identitätsnachweise

Eine Vielzahl von Unternehmen entwickelt digitale Identitätslösungen, darunter Organisationen wie die IATA, das Weltwirtschaftsforum, die ICAO, Regierungsbehörden und private Unternehmen. Beispiel: Verimi startet derzeit universelle Identitätsnachweise, um diese zu vereinfachen. Dazu werden alle wichtigen Identifizierungsmethoden gebündelt und bei Partnerunternehmen in die Onboarding-Prozesse von Neukunden eingebunden. Nutzer sollen ihre verifizierten Identitätsdaten auch speichern und bei Bedarf wiederzuverwenden können. Gerade hat die Deutsche Bank diese Art der Identifizierung in seine Prozesse integriert, berichtet iBusiness.

Biometrische Sensoren und „Identitätskonten“

„Es ist ein ziemlich komplexes Ökosystem, und es ist fragmentiert, aber wir können eine gewisse Konvergenz sehen“, sagt Conjat und verweist auf sich verbessernde Entwicklungsbedingungen. So werden laut IATA bis 2023 85 Prozent der mobilen Geräte mit biometrischen Sensoren ausgestattet sein und 70 Prozent der Fluggesellschaften und Flughäfen große Investitionen in Identitätsmanagement-Plattformen tätigen.

Sobald die digitale Identität weiter verbreitet ist, können Reisende ein Konto einrichten und ihre persönlichen Daten im Voraus bei Bedarf von einer Reise zur nächsten an verschiedene Reiseunternehmen weitergeben. „Dies ist eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise, wie wir heute arbeiten“, sagt Conjat.

Gefragt ist ein universelles Daten-Tool

Und wem gehören die Kundendaten? Der Airline? Oder dem Reisebüro? „Der Reisende besitzt seine eigenen Daten. Das Problem ist, dass er heute kein Werkzeug hat, um Daten an die verschiedenen Beteiligten der Reisekette weiterzugeben“, erläutert Conjat. „Die Idee ist, dieses Werkzeug zu schaffen, damit ein Nutzer seine Daten selbst verwalten und entscheiden kann, was er mit wem teilen möchte.“

Die Systeme würden diese Identität mit jeder Einheit in der Reiseroute verknüpfen, so dass die Reisenden an jedem dieser Punkte ankommen und sofort erkannt und freigegeben werden. Sie könnten durch die automatisierte Kommunikation mit ihren mobilen Geräten einfach „durchmarschieren“, sei es beim Security Check am Flughafen, dem Einsteigen in ein Flugzeug oder der Abholung eines Mietwagens.

Conjat ist sich sicher, dass digitale Identität auch Dinge wie Risikomanagement und Compliance für Unternehmen verbessern und TMCs die Möglichkeit geben würde, Services zu verkaufen und weiter zu personalisieren. Potenzial also, das noch über die reine Identifikation hinausgeht.

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