Mit Digitalen Nomaden auf hoher See

06.12.2017

Unternehmer, Start-ups, Programmierer, Blogger, Sinnsucher – die bunte Mischung an Bord der Pullmantur Monarch bestand aus Fans des digitalen Nomadentums. Daniel Monhof wollte wissen, was es damit auf sich hat.

Gruppenbild von drei Frauen und zwei Männern
Daniel Monhof (rechts) knüpfte spannende Kontakte auf hoher See.

Das Ziel des Business Development Managers von Amadeus Germany, Daniel Monhof, während der Nomad Cruise V war klar: Er wollte möglichst viel von den Teilnehmern lernen. Denn die Gruppe der Digitalen Nomaden wächst stetig und ist für Amadeus und die Reisebranche höchst spannend.

Warum sind digitale Nomaden interessant für uns?

Digitale Nomaden sind Vielreisende. Sie sind den überwiegenden Teil des Jahres (manche sogar jahrelang nonstop) on Tour. Bali, Chiang Mai, Medellín: Das sind die Hotspots der Szene. Reiseplanung und -buchung finden dabei von unterwegs statt. Die meisten Nomaden sind technikaffin und damit potenzielle „Early Adopters“ für neue Technologien. Wer wäre besser geeignet für einen Austausch darüber, wo es beim Thema Reisen und Reisebuchung Verbesserungsbedarf gibt und welche Technologien Zukunftspozential haben?

Und: Digitale Nomaden reisen nicht nur, sie arbeiten auch. Was kann ein internationales Unternehmen wie Amadeus für die Zusammenarbeit von Menschen, die am selben Projekt arbeiten, sich aber nicht am selben Ort – nicht einmal zwangsläufig auf demselben Kontinent – aufhalten, von Digitalen Nomaden lernen? Und wie können wir mit den häufig hoch kreativen, motivierten und qualifizierten Nomaden zusammenarbeiten, sie zu Geschäftspartnern und Kunden für unsere Branche machen? Durch die Teilnahme an der Nomad Cruise konnte Daniel Monhof Zugang zu spannenden Communities erhalten und wertvolle Kontakte knüpfen.

 

„Reisen in der Zukunft“

„A skill-sharing journey on the Atlantic Ocean“ so lautete der Untertitel der Cruise, die von Gran Canaria nach Panama führte. Und tatsächlich wurde das Programm ausschließlich von den Teilnehmern gestaltet. Sei es in Form von Talks, Workshops oder Meet-ups: Jeder brachte sich, sein Wissen und seine Fähigkeiten ein. Die offene und herzliche Atmosphäre an Bord, die räumliche Begrenztheit des Schiffs und auch die meist unterbrochene Internetverbindung begünstigten den intensiven Austausch. Daniel Monhof beteiligte sich mit mehreren Workshops und Talks zu den Themen „Arbeiten“ und „Reisen in der Zukunft“. Die Diskussionen dazu waren sehr aufschlussreich.

 

„The Future of Work – How to connect digital Nomads with Traditional Corporations”. Unter diesem Titel stand der Workshop, in dem es um die Fragen ging, was Unternehmen von den Digitalen Nomaden lernen können und wie man voneinander profitieren kann. Immer mehr Menschen wollen ein Mehr an Selbstbestimmtheit und örtlicher Ungebundenheit, denn der technologische Fortschritt hat die Grundlagen dafür geschaffen. Fest bei einem Unternehmen angestellt zu sein und gleichzeitig volle Autonomie über Arbeitszeit und -ort zu haben, muss kein Widerspruch mehr sein. Ganze Unternehmen können ohne festes Büro geführt werden – ohne auf Umsatz und hohen Gewinn verzichten zu müssen. Denn entgegen dem Klischee arbeiten Digitale Nomaden sehr viel an ihren Projekten und haben nicht zwangsläufig mehr Freizeit als ortsgebundene Arbeitnehmer. Der Unterschied liegt nur in der Selbstbestimmtheit des Arbeitens. Die Leistung und das Ergebnis, nicht die Anwesenheit sind der Maßstab für Erfolg.

Bereit für Zusammenarbeit

Die meisten Digitalen Nomaden sind bereit für eine Zusammenarbeit, aber bisher nur wenige Unternehmen. Dafür braucht es ein Umdenken und einen (Unternehmens-)Kulturwandel – da waren sich alle Teilnehmer einig. Vertrauen muss an die Stelle von Kontrolle treten, Ergebnisse an die Stelle von Arbeitszeitkonten. Recruiting und Training müssen sicherstellen, dass Leute an Bord sind, die die passende Einstellung und die notwendige Selbstdisziplin mitbringen, um qualitativ hochwertig und fristgerecht zu liefern.

Innovation in Reisetechnologie – ein Thinktank

Wie buchen Menschen, die beinahe ihr ganzes Leben auf Reisen sind, ihre Trips? Was sind die Schwierigkeiten? Welche Endgeräte nutzen sie? Und wie stehen sie zu Chatbots? Diese (und weitere) fragen standen im Zentrum des Travel Technology Think Tank.

Einige Ergebnisse:

  • Für die Hälfte der Workshop-Teilnehmer ist das Smartphone das wichtigste Endgerät, wenn es um die Reiseorganisation geht. Fast gleichauf liegt der Laptop, wobei die Buchung dann oft auf dem Smartphone erfolgt. Weder Tablet, Desktop-PC noch stationäre Reisebüros sind für die Reiseorganisation relevant.
  • Die Nummer Eins, wenn es um den Einstieg in die Flugsuche geht, ist Google Flights. Alle Teilnehmer nutzen den Service als erste Anlaufstelle. Auf Platz zwei folgt Kiwi.com. Das tschechische Unternehmen hat sich zu einem großen Player im Online-Reisevertrieb entwickelt. Überraschend: Mietwagen werden in der Regel erst vor Ort im Büro des jeweiligen Anbieters gebucht.
  • Bei den Apps liegen Polarsteps, Uber, Google Trips und Offline-Karten vorn. Spezielle Apps, zum Beispiel von Airlines, werden nur vereinzelt genutzt und häufig nach dem entsprechenden Flug gelöscht. Interessant: Auch wenn persönliche Empfehlungen und Community wichtig sind, gehört zum Beispiel Tripadvisor nicht zu den Favoriten.
  • Die Möglichkeit, Reisen über WhatsApp, Facebook-Messenger und Co. mittels Chatbots zu organisieren, wird von den meisten Teilnehmern positiv bewertet. Aber: Die Interaktion
    mit dem Bot muss schnell und einfach sein. Hier können die verfügbaren Chatbots wegen mangelnder Spracherkennungsfähigkeiten oft nicht überzeugen.

Nach 14 Tagen Nomad Cruise steht für Daniel Monhof fest, dass er sein Vorhaben, möglichst viel von den Teilnehmern zu lernen, erreicht hat. Er hat viele neue Erkenntnisse, Ansätze und Ideen mitgebracht. Und eins steht für ihn schon heute fest: Es war sicher nicht seine letzte Nomad Cruise.

Nomad Cruises

Unter dem Titel „Nomad Cruise“ findet seit 2015 zweimal jährlich auf einem Kreuzfahrtschiff eine 14-tägige Konferenz für so genannte Digitale Nomaden statt. Bei der Nomad Cruise V waren 260 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern an Bord. In 40 Workshops und bei mehr als 20 Talks konnten sie sich austauschen und ihr Netzwerk erweitern. Hier gibt’s weitere Informationen.
Einen Blog-Post mit Johannes Voelkner, Founder und CEO der Nomad Cruise, zur Szene der Digitalen Nomaden, zu ihren Sichtweisen und möglichen Angeboten der Reisebranche, die für diese Zielgruppe interessant sind, finden sie hier im Amadeus Blog.

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