Die Zukunft der Reisenden

11.08.2016  /  3 Minuten Lesezeit
Autor:
Klaus Ennen

Amadeus Blog: Hildegard Knef pflegte es schon in den 60er-Jahren zu singen: „Die Welt sollte sich umgestalten…“

Seit damals ist viel passiert, die Boeing 747 kam auf den Markt, der erste PC stand plötzlich vor uns, wir benutzten erst Walkmans, dann Disc Mans und schließlich mp3-Player. Immer gab es die einen, die noch das Alte kannten, und die anderen, die mit dem Neuen aufwuchsen. Doch mit der Erfindung des Internets hatte der technische Fortschritt plötzlich eine viel größere Wirkung auf das Leben. Das Internet löste nicht nur ein Problem, sondern viele gleichzeitig und es brachte ganz neue Möglichkeiten hervor. Möglichkeiten, die denjenigen, die damit aufwuchsen, den Digital Natives, Appetit auf mehr machten. Möglichkeiten, die Verfechter des analogen Lebens zurückdrängten.

Kürzlich habe ich hier beschrieben, dass diese Entwicklung in der Zukunft zu einer Symbiose zwischen Digital Natives und Technologie führen wird. „Die Anforderungen an die digitalen Entwicklungen werden weiter steigen, gleichzeitig werden Entwickler im Wettbewerb miteinander die digitale Latte immer höher legen, was wiederum die Anforderungen hebt“, habe ich geschrieben und dabei betont, dass diese Symbiose großes Potenzial für die Neugestaltung des Lebens bietet.

Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens, erkennt man auch in der Reisebranche schon jetzt, wohin diese Neugestaltung führen wird. Das Internet macht viele Entwicklungen möglich, die die einzelnen Prozesse vor, während und nach der Reise erleichtern oder neu gestalten und dadurch das Reisen schrittweise revolutionieren. Im Innovation Lab von Amadeus wird an eben diesen nützlichen und Mehrwert-generierenden Erfindungen gearbeitet. Die Innovationsmanager entwickeln täglich neue Ideen; die Zahl der entwicklungsreifen Konzepte ist riesig.

Dazu zählen auch die folgenden beiden Beispiele: Die Anwendung Travel Cast integriert Filmegucker auf neue Art und Weise in den Film: Indem sich das Smartphone (zunächst nur mit Apple-Produkten möglich) mit dem TV verbindet, kann es in Windeseile den Ort der Filmszene anzeigen und dem Anwender allerlei Informationen liefern. Über die App kann er seine Reise zu jenem Ort, inklusive Unterkunft und Aktivitäten, planen und auch gleich buchen.

Sollten sich Digital Natives doch für eine Buchung im Reisebüro entscheiden, so können sie zukünftig die Wartezeit auf einen freien Reisebüro-Mitarbeiter verkürzen, indem sie sich von einem Roboter zu Reisepräferenzen befragen lassen. Hierfür hat Amadeus erstes „Fachpersonal“ entwickelt und vorgestellt.

Roboter begegnen uns zukünftig aber nicht nur in Amadeus-Reisebüros, sondern fast überall. In Japan managen sie bereits ein ganzes Hotel. Die freundliche Roboter-Damean der Rezeption hilft beim Ein- und Auschecken, manchmal übernimmt aber auch ihr Kollege, der Dinosaurier. In der Lobby sorgt ein Roboter-Pianist für lauschige Stimmung. Das Hotel ist schlüssellos, die Gästeidentifizierung erfolgt über Gesichtserkennung. Wer durch die installierten Kameras erkannt wird, erhält Einlass ins Hotel und ins Zimmer.

In einem Wuppertaler Büro unterhält man sich über einen Telepräsenzroboter mit dem Chef in der Hamburger Niederlassung, der dadurch nicht mehr pendeln muss. Das IPad fährt auf einem Segway durch das Loft-Büro in Wuppertal und zeigt den Chef, der sich über seinen Computer von Hamburg aus damit verbindet. Eigentlich sollte eine Art Coffee-Cam, eine Webcam in der Kaffeeküche, den Plausch zwischen den Kollegen im Norden und in Wuppertal ermöglichen. Dank des Telepräsenzroboters kann sich der Chef nun durch das gesamte Büro bewegen, das übrigens keine Türen hat und ist somit bei Meetings, Gesprächen am Arbeitsplatz und eben dem Plausch in der Kaffeeküche dabei.

Doch wie es momentan scheint, wird es auch in der Welt der Zukunft noch roboterfreie Zonen geben, beispielsweise am Strand. Und trotzdem wird sich selbst das Sonnenbaden grundlegend ändern: Digital Natives legen sich zukünftig nämlich nur noch an einen Smart Beach, wie er bereits in Dubai zu finden ist. In den Palmen wachsen hier keine Kokosnüsse, sondern WLAN-Stationen und die Sonne versorgt nicht etwa nur den Sonnenanbeter, sondern liefert vor allem Energie für die Technik.

Über den Autor

Klaus Ennen verantwortet den Bereich Marketing Kommunikation bei Amadeus DACH & Traveltainment. Er jongliert täglich virtuos Informationen zwischen Presse, Amadeus Magazin und Newsletter, Webseite, Community, Blog und weiteren Social Media…
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