Die Pantoffeln im Netz

10.05.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Beate Zwermann

Amadeus Blog: Auf Facebook habe ich die Anzeige das erste Mal gezeigt bekommen, da bin ich ganz sicher. Und das hat mich sehr beunruhigt.

Denn ich kaufe keine Schuhe im Internet, schon gar nicht Pantoffeln. Ich suche auch nicht danach. Aber da waren sie: Grau, mit beigen Design-Elementen vorn und an der Ferse – wahlweise auch in Türkis oder Grasgrün erhältlich. Unfassbar; denn tatsächlich sind meine Hausschuhe reif für die Tonne, auch wenn ich sie noch so liebe. Selbst die Farbkombinationen treffen meinen aktuellen Geschmack auf den Punkt.

Was ist da passiert? Wie wissen die das? Selbst für jemanden, der viel über diese neuen Werbeformen weiß, ist dieser Fall nicht erklärbar. Wahrscheinlich ist der Volltreffer wirklich einfach Zufall – wenn auch eine Annäherung an meine Vorlieben aufgrund anderer Informationen, die ich im Netz hinterlassen habe, durchaus möglich ist. Soll heißen: Jeder Internetbesucher hinterlässt Such-, Kauf- und auch Hardware-Spuren im öffentlichen Netz. Diese Spuren werden gebündelt und ergeben ein unverwechselbares Profil, mit dem man jeden Internetnutzer wiedererkennt. Die gesammelten Eigenschaften kann man nun einem bestimmten Käuferprofil zuordnen.

Letztlich ist die Werbeanzeige zu den Pantoffeln also ein Beweis dafür, dass diese Art der Werbung sehr gut funktioniert: Mein Profil und das der Pantoffeln passen zusammen, und deshalb haben die Algorithmen im Hintergrund dem Anbieter der Pantoffeln vorgeschlagen, die Anzeige an mich auszuspielen. Faszinierend daran ist auch, dass all diese Fragen „Passe ich zu dem Produkt? Bekomme ich die Pantoffel zu sehen? Was ist dem Pantoffel-Anbieter die Anzeige Wert?“ in Millisekunden beantwortet werden. Den Algorithmen sei Dank! Früher hat es bisweilen Monate gedauert, bis man einen Anzeigenplan erstellt und sich damit entschieden hat, welche Kundenzielgruppen welches Angebot in welchem Magazin zu sehen bekommen.

Richtig individuell war diese Werbung nie. Das ist der große Unterschied. Die programmatische Werbung zeigt den Kunden ganz individuelle Angebote.

Sie bedeutet das Ende der Massenwerbung. Ich sehe was, was Du nicht siehst … – dieser Spruch eines Kinderspiels passt hier wie die Faust aufs Auge, denn tatsächlich sind die Bildschirmanzeigen ab sofort komplett verschieden.

In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Mahner vor dieser neuen Welt: Die Vielfalt sei in Gefahr, mein Horizont werde eingeschränkt, ich sei manipulierbar. Alles das sind reale Gefahren, wenn man sich der Werbung unkritisch ergibt. Das tun die wenigsten Menschen. Wir sind kritische Verbraucher.

Ich finde, die programmatische Werbung macht das Leben leichter. Sie hilft mir im Angebotsdschungel und solange sie mir die richtigen Pantoffeln vorschlägt, finde ich das überaus nützlich. Travel Audience, der Spezialist für programmatische Reisewerbung aus der Amadeus IT Group, stimmt mir da sicher zu.

Über den Autor

Beate Zwermann ist seit 2007 als externe Pressesprecherin für Amadeus Germany, die Amadeus IT Group Madrid und seit 2013 auch für Traveltainment unterwegs. Die gelernte Journalistin bringt es auf 25…
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