Der neue globale Online-Gipfel

19.10.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Beate Zwermann

Amadeus Blog: Amadeus Online Connect 2016: 400 Experten diskutieren die Online-Zukunft

Über eine Veranstaltung, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, dürfte konsequenterweise gar nichts geschrieben werden. Beim Amadeus Online Connect 2016 wären viele gerne Mäuschen, oder wie ein Fachjournalist es ausgedrückt hat: „Ich würde einfach gerne dabei sein und lernen.“ Vergebens.

Die Bedeutung dieser Veranstaltung für die Reisebranche drücken am besten die Teilnehmerzahlen aus: Was im Jahr 2011 mit 40 Teilnehmern nur für den deutschen Markt begann, ist heute das große globale Event für die Online-Reisewelt. Über 400 Experten diskutieren gerade in Berlin miteinander und mit ihren Amadeus Kollegen zwei Tage lang über die Zukunft. Für die auf Echtzeit und Beschleunigung ausgelegte Industrie sind das viel wertvolle Zeit und ein Privileg zugleich, in der die  Akteure aus der Metaperspektive auf ihre eigene Welt schauen.

Neben den zentralen Begriffen „Merchandise, Accelerate & Monetise“ geht es hier auch um Vertrauen, Kooperation und Arbeitsteilung zwischen IT-Dienstleistern und Online-Reiseanbietern. Wer kann sich die enormen Investitionen in IT überhaupt noch leisten? Wie gelingt die Balance zwischen Kundenservice  und der immer umfangreicher erscheinenden IT-Infrastruktur, die es zu bedienen gilt?Eindrucksvoll werden die aktuellen Veränderungen auf den Großleinwänden deutlich. Vom Online-Reisebüro zum Online-Travel-Retailer (Reisesupermarkt) mit Meta-Such- und Vergleichsfunktionen. Vom traditionellen Reiseveranstalter zum digitalen Tour Operator. Von der Existenzberechtigung reiner „Mobile Travel Retainer“, die selbst ohne Webseite oder Online-Plattform auskommen. Bis hin zu großen digitalen Reisemarktplätzen, wie sie der chinesische Online-Riese Alibaba gerade erschafft.

Fast antiquiert erscheinende Begrifflichkeiten stehen gleichberechtigt neben hippen Anglizismen: Von Marktregulierung ist die Rede, von Gatekeepern, von Leistungsversprechen und Machine Learning. Es zeigt sich erneut, dass es kein Gegensatz ist, wenn die einen behaupten, die Welt schrumpfe täglich, während die anderen die Fahne der Globalisierung hoch halten.

3,5 Stunden verbringt die Generation Z täglich in Chats. Sie ist sozusagen digital geboren. Werden ihre Mitglieder künftig in Chat-Foren auch einkaufen oder gar Flüge buchen? Ja, sicher. Im Testumfeld funktioniert das schon. Wie erreicht man diese Zielgruppe in Zukunft mit seinen Produkten? Oder besser gefragt: Sind die eigenen Produkte individualisierbar und offen für eine Mitmach-Kultur, in der jeder zum Erschaffer seiner ganz persönlichen Variante des Produkts werden will – oder zumindest werden könnte? Gleichzeitig beträgt die Aufmerksamkeitsspanne nur noch sechs Sekunden, um die Mitglieder dieser Generation Z zu Markenbotschaftern zu machen.

Eine wichtige Erkenntnis des ersten Tages beim Amadeus Online Connect 2016 ist sicherlich, dass die Marktteilnehmer ihre Investitionen auf Kundenseite verstärken müssen. Die Kunden zu verstehen, sich für sie intensiv zu interessieren und ihre nächsten Schritte vorherzusagen, ist die Voraussetzung dafür, ihnen in ihrer Welt zu begegnen und sie mit den eigenen Produkten zu erreichen. Wie lange sitzt auf der anderen Seite der Chat-Tools noch ein Mensch, der die Kunden vollumfänglich abholt – und wann wird er durch eine lernende Maschine gänzlich ersetzt?

Diese Investitionen erscheinen nicht nur sinnvoll, sondern auch machbar, wenn man sie mit dem Versprechen des Gastgebers paart, sich um die notwendige IT zu kümmern.

Über den Autor

Beate Zwermann ist seit 2007 als externe Pressesprecherin für Amadeus Germany, die Amadeus IT Group Madrid und seit 2013 auch für Traveltainment unterwegs. Die gelernte Journalistin bringt es auf 25…
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