Was den Engländern der Club…

07.04.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Peter L. Tomes

Amadeus Blog: …ist den Deutschen ihr Verband – oder ihr Verein, je nach Benehmen.

Rund 550.000 eingetragene Vereine gibt es laut Bundesverband deutscher Vereine und Verbände e. V. in Deutschland, und damit liegen wir im europäischen Vergleich weit vorne. Darunter gibt es große und kleine, internationale, regionale und lokale, etliche mit wichtigen Anliegen und einige mit einer eher exotischen Agenda. Ich bin selber Mitglied nur eines Vereines und damit kein typischer Vereinsmeier. Trotzdem sehe ich die Arbeit vieler Vereine als äußerst wichtig für die Gestaltung unserer Gesellschaft an.

Mit Verwunderung habe ich die Diskussionen darüber verfolgt, dass Social-Networking-Foren diese über Jahrhunderte gewachsenen und bewährten Strukturen des beruflichen und privaten Interessensaustauschs ersetzen sollen. Solche Behauptungen können nur Unwissende aufstellen – Menschen also, die noch nicht in den Genuss einer langjährigen Verbandsmitgliedschaft gekommen sind.

Nehmen wir zum Beispiel den VDR – den Verband Deutsches Reisemanagement e.V. Seit langer Zeit bin ich hier als Mitarbeiter meines Arbeitgebers aktiv und fühle mich im Interessenskreis aller jener Kollegen, die sich beruflich mit dem Thema Geschäftsreisen beschäftigen, überaus wohl.

Der VDR ist für mich besonders eins: nützlich. Sein Mehrwert für uns Mitglieder entsteht unter anderem durch die vielen standardisierten Tools und Verfahren, die der Verband zum Beispiel für die Ausschreibung von Reisebüropartnern zur Verfügung stellt. Die Hotelzertifizierungen dienen der Orientierung im Angebotsdschungel, und auch die rechtliche Beratung ist überaus professionell.

Wichtig ist natürlich auch, dass die Mitglieder über die vielen Jahre der aktiven Verbandsarbeit zu einer guten Truppe zusammen gewachsen sind. Die Diskussionen laufen konstruktiv und auf Augenhöhe. Das Engagement von Geschäftsstelle und Präsidium ist erheblich. Die Themen sind zukunftsorientiert. Keiner ruht sich auf der Vergangenheit aus. Auf die Globalisierung reagiert der VDR angemessen mit einer strategischen Kooperation mit der internationalen Geschäftsreiseallianz, der GBTA.

Und noch etwas ist mir wichtig: das Networking unter Gleichgesinnten und zwar nach altbewährter Art und Weise, nämlich von Angesicht zu Angesicht. Im VDR bin selbst ich, der sich mit „social networking“ eher schwer tut, gerne gesellig. Ich tausche mich aus, teile mein Wissen in Fachausschüssen, arbeite aktiv mit und bekomme wichtige Anregungen für meine beruflichen Herausforderungen. Gerne gebe ich zu: Ich bin bei jeder Tagung dabei und pflege enge Kontakte zu zahlreichen Mitgliedern. Der VDR ist mein Club.

Ich finde, das muss mal gesagt werden. Sie können mich also gerne einen VDR-Vereinsmeier nennen. Ich nehme das als Kompliment.

Über den Autor

Peter L. Tomes war seit 1972 in der Reiseindustrie tätig und bis Juli 2017 bei Amadeus Germany als Head of Provider & Corporate Solutions beschäftigt. In seinem 43-jährigen Berufsleben hat…
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