Bloß nicht WhatsApp nutzen!

13.04.2018  /  2 Minuten Lesezeit

Academy: Tipps zum sicheren Umgang mit mobil gespeicherten Daten.

Porträt eines Mannes
Günter Steppich Ist Oberstudienrat und Referent für Jugendmedienschutz am Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden. Er hält regelmäßig Vorträge zum Thema Mediensicherheit und informiert auf der Seite „Medien Sicher – Durchblick im digitalen Leben“ (medien-sicher.de).

Amadeus Magazin: Immer mehr Reisebüros kommunizieren per WhatsApp mit ihren Kunden. Eine gute Idee?

Günter Steppich: Auch wenn der Druck da ist, weil so viele WhatsApp nutzen, kann ich nur davon abraten. Aus datenschutzrechtlicher Sicht ist der Messenger eine Katastrophe: Jedes Mal, wenn Sie ihn nutzen, sendet die App Ihr gesamtes Adressbuch sowie Metadaten (Standort, wer-mit wem, Uhrzeit, Häufigkeit) und Statusmeldung in die USA. Jeder Leiter eines Reisebüros muss überlegen, ob er das riskiert. Nicht zuletzt, weil er aus Datenschutzgründen abgemahnt werden kann. Es gibt immer mehr Firmen, die die Nutzung von WhatsApp auf Firmen-Handys verbieten.

Amadeus Magazin: Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verschärft das alles?

Steppich: Allerdings. Denn aufgrund der DSGVO drohen drastische Strafen, wenn Kundendaten ohne Zustimmung erhoben und weitergegeben werden.

Amadeus Magazin: Was ist die Alternative?

Steppich: Es gibt seriöse Alternativen, die mit dem deutschen Datenschutz konform gehen. Ich empfehle die Nutzung von Threema, Wire oder Simsme. Wenn man die Kunden umlenken will, sind sicher die beiden letztgenannten die besten, weil sie kostenlos sind.

Amadeus Magazin: Und der Facebook-Messenger?

Steppich: Der ist weniger problematisch, weil man aktiv anstoßen muss, dass die Daten ausgelesen werden dürfen. Ich empfehle bei den Einstellungen zu checken, dass man „nach Freunden suchen“ nicht gestattet. Der Messenger hat allerdings Vollzugriff auf das Handy.

Amadeus Magazin: Früher konnte man fremde SMS per Bluetooth auslesen….

Steppich: Das geht erfreulicher Weise bei den Smartphones nicht mehr; Bluetooth kann man jetzt sorglos anlassen.

Daten final löschen

Amadeus Magazin: Was muss ich noch beachten, wenn ich Kundendaten auf dem Smartphone oder Tablet habe?

Steppich: Das Display sollte mit einem mindestens 6-stelligen Code geschützt sein – nicht den der SIM-Karte nutzen. Und: Kundendaten nie auf der SD-Karte speichern oder diese verschlüsseln. Denn wenn das Handy geklaut wird, kann man die unverschlüsselte Karte rausnehmen und auslesen.

Amadeus Magazin: Und wenn ich das Gerät irgendwann verkaufe?

Steppich: Zunächst setzen Sie das Gerät auf die Werkseinstellungen zurück. Das reicht aber nicht, denn ein Käufer, der sich auskennt, kann alle Daten wiederherstellen. Daher: Nach dem Zurücksetzen sollten Sie ein Video aufnehmen, bis das Gerät meldet, dass der Speicher voll ist. Dann sind alle alten Daten überschrieben.

Amadeus Magazin: Haben Sie noch einen Tipp?

Steppich: Von wichtigen Daten auf dem Mobilgerät regelmäßiges Backup machen. Das vergessen viele gerne ….

 

Weitere Informationen

Mehr zu aktuellen Enwicklungen und Tipps gibt’s auf Steppichs Seite „Medien Sicher – Durchblick im digitalen Leben“.

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