Arbeitsgruppe gegen Glücksspiel gegründet

01.04.2016  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Sascha Nau

Amadeus Blog: Dies war unser Aprilscherz für dieses Jahr. Wir würden uns freuen, wenn Sie Spaß daran hatten.

Heute, am 1. April 2016, haben Amadeus Germany und traveltainment eine Arbeitsgruppe zur Bekämpfung organisierten Glücksspiels gegründet.

Das ist ein ungewöhnlicher Schritt für einen IT-Anbieter in der Touristik – aber ganz offenbar werden unsere Produkte zunehmend als Spielkonsole missbraucht. Der Spieltrieb geht weit über bloßen Zeitvertreib hinaus. Es werden Gewinne ausgesetzt, und die Jackpots erreichen inzwischen mehrere tausend Euro. Dagegen müssen wir vorgehen.

Am Anfang stand offenbar der eher scherzhafte Wettbewerb zweier benachbarter Reisebüros um das wirklich günstigste Preis-Leistungs-Verhältnis für einen der großen Ferienorte auf Mallorca. Das hat sich zum offenen Rennen hochgeschaukelt mit Tages-, Wochen- und Monatssiegern.

Mehrere hundert Teilnehmer scannen die Angebote unserer Preisvergleichs- und Buchungssysteme sowie die Websites der Veranstalter, Hotels und Fluggesellschaften. Die immer umfangreicheren Bilderdatenbanken und Zielgebietsinformationen ermöglichen es, Hotels und Ferienorte in quasi unendlicher Detailtiefe zu begutachten und zu bewerten. Dazu kommt, dass sich die Preise mittlerweile mehrmals täglich ändern – ein Ende dieses Wettbewerbs ist nicht abzusehen.

Zunehmend bemerkbar macht sich auch die geschlossene Facebook-Gruppe „Expedienten-Memory“. Hier wählt ein Spielleiter ein beliebiges Hotelzimmer-Bild aus einer unserer Datenbanken und veröffentlicht einen Ausschnitt daraus. Wer zuerst den Namen des Hotels nennt, hat gewonnen. Manchmal dauert es eine Woche, bis der erste das Bild zum Ausschnitt gefunden hat. Wir sind nur deshalb darauf gekommen, weil ein Expedient fragte, ob wir die Hotelangebote statt nach Preis nach Tapetenfarbe geordnet auflisten können. Er bot uns 550 Euro für die Liste – der Jackpot stand bei 5000 Euro, und er wollte uns die üblichen elf Prozent Provision zahlen.

Eine ähnliche Dimension droht die „Low-Cost-Stafette“ anzunehmen. Seit immer mehr Billigflieger ihre Angebote über GDS buchbar machen, bemüht sich eine wachsende Gruppe von Reisebüros, einen Flug um die Erde für 100 Euro zusammenzustellen. Ein völlig verzweifelter Expedient meldete sich bei unserem Support und sagte, er halte mit 142 Euro den bisherigen Rekord. Er konnte es bloß nicht beweisen: Wegen der dynamischen Preissysteme und der Zeitverschiebung galt die Angebotskombination nur 35 Sekunden lang. Die Kollegen im Support brauchten fünf Stunden, um ihn davon zu überzeugen, dass wir den Nachweis nicht liefern können.

Als neueste Entwicklung meldet unsere Technik-Hotline das „Office Jenga“. Die Belegschaft eines Reisebüros schaltet reihum Funktionen ab und zieht Stecker aus den Anschlüssen. Wer den letzten Zug gemacht hat, ohne dass das System zusammenbricht, gewinnt das Spiel. Und unser Support muss das Kuddelmuddel dann wieder in Ordnung bringen.

Schluss damit! Ich wette 100 Euro, dass wir innerhalb von 24 Stunden die ersten Spielnester ausgeräuchert haben.

Über den Autor

Sascha Nau ist seit Ende 2011 Head of Marketing bei Amadeus für die Regionen Deutschland, Österreich & Schweiz. Er arbeitete nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann und dem Studium der Betriebswirtschaft…
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