Amerikanischer Smalltalk

16.02.2017  /  2 Minuten Lesezeit
Autor:
Juliane Siekmann

Amadeus Blog: Amadeus steht klar zu Reisefreiheit und kultureller Vielfalt. In diesen Zeiten ein Grund, stolz zu sein, findet Juliane Siekmann von Traveltainment.

Für einen gelungenen Blogpost gelten im Prinzip dieselben Regeln wie für erfolgreichen Smalltalk – sprich nicht über Krankheiten, Religion oder Politik. Deshalb werde ich das an dieser Stelle auch nicht tun. Beruf und Reisen gelten hingegen allgemein als unverfängliche Smalltalkthemen, und ich glaube, dass sie auch für diesen Post gut geeignet sind.

Nun, ich arbeite bei Amadeus und dementsprechend gehört die Welt des Tourismus zu meinem täglich Brot. Ich lebe im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden – die Reisefreiheit zwischen verschiedenen Ländern ist hier gelebter Alltag, und häufig bemerke ich gar nicht, dass ich zwischendurch nicht mehr in Deutschland unterwegs war. Genauso selbstverständlich ist es, dass hier im Büro Kollegen aus den verschiedensten Ländern zusammenarbeiten, aus Großbritannien, Kroatien, Indien – ja, sogar aus Bayern. Diese Vielfalt macht den Erfolg des Unternehmens aus: Verschiedene Erfahrungen und Standpunkte bereichern die Lösungsfindung, auch wenn auf dem Weg dahin manchmal intensiv gestritten wird.

Deshalb hat es mich ein kleines bisschen stolz gemacht, als keine Woche nach dem 27. Januar, an dem US-Präsident Donald Trump das Dekret 13769 mit Einreisebeschränkungen unterzeichnete, Sabine Hansen-Peck, Senior Vice President Human Resources von Amadeus, die rund 13.000 Mitarbeiter weltweit wie folgt informierte: „Amadeus believes that travel is a powerful force for good in the world, helping to bring people together, promoting peace and prosperity. […] As a global company, Amadeus is built on the expertise of a truly global team. We value and prioritise the diversity of that team. We are proud that all of our employees, whatever their gender, race, faith, nationality or sexual orientation, contribute to the development of the travel industry.”

Mittlerweile ist Amadeus mit dieser Position nicht allein, und die Liste der internationalen Unternehmen, die sich ähnlich äußern, liest sich wie das „Who is who“ der IT-Branche, von Google über Apple bis Microsoft und Hewlett-Packard. Ich kann nur hoffen, dass sich noch möglichst viele Unternehmen, Institutionen und Bürger dem anschließen, überall auf der Welt. Wir sollten als „Aufstand der Anständigen“ deutlich machen, dass wir nicht schweigend akzeptieren, sondern protestieren und uns für unsere Werte einsetzen. Ob mit HumorSatire oder einem Blogpost, ist dabei völlig egal.

Sie finden, dieser Post ist doch politisch geworden? Da haben Sie recht, aber außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und seien Sie froh, dass ich nicht über Hirnkrankheiten geschrieben habe.

Über den Autor

16 Jahre lang leitete Juliane Siekmann die interne Reiseredaktion der Amadeus Tochter Traveltainment und baute mit ihrem Team einen umfangreichen Bestand an Reiseinformationen für Urlauber auf, der über die Internet…
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