Alexa, wann geht mein Flug?

23.05.2018  /  4 Minuten Lesezeit

„Reden wird das neue Schreiben, und Hören das neue Lesen“, sagen Experten voraus. Die Steuerung per Sprache werde vieles einfacher machen, so das Versprechen, auch beim Reisen. Amadeus hat bereits einen ersten „Skill“ für Alexa programmiert. Per Zuruf werden nun Fragen rund um den gebuchten Flug beantwortet.

„OK Google“: Mal ehrlich, wer hat noch nicht mit seinem Smartphone gesprochen? Reden ist oft so viel einfacher als tippen. Und spätestens seit Weihnachten 2017, als Amazon einige Hunderttausend seiner smarten Echo-Lautsprecher verkauft hat, feiert die digitale Kommunikation per Stimme ihren Durchbruch. In zig Wohnzimmern spielen intelligente Boxen nun Wunschmusik ab, lesen Nachrichten und Rezepte vor, regeln die Heizung oder machen das Licht aus.

Mehr als 30.000 Anwendungen

Ein Blick in den „Skill Store“ von Amazon offenbart die Dynamik. Mehr als 30.000 Anwendungen finden sich dort, gut 3.000 deutschsprachige. Sie sind vergleichbar mit Apps fürs Smartphone. So macht etwa der „Schlafenszeit“-Skill der Krankenkasse Barmer sanfte Einschlafgeräusche, Radio.de sucht den richtigen Sender und der „Pupsgenerator“-Skill erzeugt… nun ja.
Alexa ist zwar die derzeit bekannteste, aber längst nicht die einzige Sprachassistentin. Apple hat Siri ins Rennen geschickt, Microsoft Cortana, Google seinen Assistant samt smartem Lautsprecher. Auch Facebook, Spotifiy und vermutlich weitere wollen in die Sprachsteuerung einsteigen. Denn Sprache werde die Kommunikation mit der digitalen Welt ähnlich verändern wie das Smartphone, ist Internet-Visionär Sacha Lobo überzeugt. In zehn Jahren werde man „wehmütig und belustigt“ auf die Zeit zurückblicken, als noch „schriftliche Interaktion“ der Standard war, wird Lobo zitiert.

Pilotprojekt „Alita“

Und so beschäftigt sich auch Amadeus damit. Auf der diesjährigen ITB in Berlin wurden einem Fachpublikum erste Pilotprojekte präsentiert, die das Potenzial veranschaulichen sollten. Dazu gehört „Alita“, der Amadeus Linguistics Intelligent Travel Assistant. Das Linguistik-Interface hört Kundengespräche am Counter mit und sucht selbständig passende Angebote heraus, während der Reiseverkäufer sich auf das Kundengespräch konzentriert. Alita analysiert sogar Tonalität und Emotionen und ordnet Kunden so bestimmten Reisendentypen zu – die nächste Stufe der Sprachsteuerung.

Mann mit Koffer, daneben Landkarten-Ausschnitt

Der „Echo Show Greetr“ indes zeigt Flughafen-Abholern auf der Amazon Echo Show, dem Alexa-Lautsprecher mit integriertem Bildschirm, Informationen zum Terminal und Parkmöglichkeiten an. Und erinnert daran, dass es Zeit ist zum Losfahren. Alita und Greetr sind zunächst „Showcases“ von Amadeus.

Tatsächlich live ist Alexa aber seit kurzem für alle CheckMyTrip-Kunden. Den CheckMyTrip-Skill kann sich jeder im Skill Store von Amazon herunterladen. Die virtuelle Assistentin beantwortet dann auf Basis der CheckMyTrip-Daten sämtliche Fragen rund um den nächsten Flug, auf Deutsch oder Englisch.

Sprachassistenten bieten viel Potenzial

„Das ist aber nur ein Anfang“, sagt Fabian Pfuetze, Manager for Mobile Solutions bei Amadeus. Weitere Ideen sprudeln nur so aus ihm heraus. „Wenn ich etwa morgens meine Koffer packe, kann ich schon während des Zähneputzens Alexa fragen, wann der Flug geht, zu welchem Gate ich muss und wo ich parken kann“, so Pfuetze. „Stelle ich beim Packen fest, dass das Gepäcklimit nicht reicht, frage ich nach dem Übergepäcktarif und lasse gleich den Extra-Koffer buchen.“ Auch einchecken, Sitz- und Menüwahl, ein Taxi vom Flughafen oder kurzfristig ein Hotelzimmer in der Nähe – all dies lasse sich künftig bequem per Sprachbefehl erledigen, ist Pfuetze überzeugt.

BMW ist am Start

„Das wahre Potenzial liegt in der gesamten Reisekette“, ergänzt Ralf Siewert, ebenfalls Manager für Mobile Solutions bei Amadeus. Die Automobilhersteller stehen bereits in den Startlöchern, BMW etwa bringt gerade Alexa an Bord. In den USA stehen Echo-Boxen in ersten Hotelzimmern und regeln auf Zuruf Licht, Klimaanlage oder TV. Auch hierzulande gibt es Pilotprojekte. Und Alexa for Business stattet sogar ganze Unternehmen mit den smarten Lautsprechern aus. „Die Sprache wird neben Bildschirmeingabe oder Chat schlicht zum zusätzlichen Kommunikationskanal“, sagt Siewert voraus, „und mit den Sprachassistenten als vernetzter Teil in der gesamten Infrastruktur werden sich auch die Anwendungen entwickeln.“ Bahn- und Nahverkehrstickets, Parkscheine, Eintrittskarten, vieles sei denkbar. Da aber derzeit niemand wisse, wohin die Sprachreise im Detail gehe, habe auch niemand fertige Konzepte für die Welt von morgen in der Schublade, weiß Fabian Pfuetze.

Tests als Strategie

„Mit kleinen Lösungen wie Alexa & CheckMyTrip schnell auf den Markt kommen und schauen, was wie beim Kunden ankommt und wie er interagiert“, das ist seine Strategie: „So machen es alle, auch Amazon und Co selbst.“ Bis aber Urlaubs- oder komplexe Flugreisen rein über Sprache gebucht würden, „das wird noch eine ganze Weile dauern“.

 

SO INSTALLIEREN SIE ALEXA & CHECKMYTRIP

  • Suchen Sie im Alexa-Skill-Store oder in Ihrer Alexa-App unter „Skills“ nach „CheckMyTrip“
  • Klicken Sie auf „Aktivieren“
  • Verknüpfen Sie Ihr CheckMyTrip-Konto oder legen Sie ein neues Konto an.
  • Öffnen Sie den Skill mit „Alexa, öffne CheckMyTrip“.

Uta Martens

#angemerkt
Mit Ihrer Amadeus Selling Platform reden?

Seit einigen Wochen haben wir zu Hause einen neuen Fernseher – eigentlich ist er ein Smart-TV. Ich finde es toll, nicht mehr nach der Fernbedienung suchen zu müssen, sondern nur zu sagen: „Bitte zum ZDF umschalten!“ Was für ein Luxus!

Hier geht`s zu den ganz persönlichen Anmerkungen von Uta Martens, Geschäftsführerin Amadeus Germany.

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