Achtung Zukunft: Schaut auf die Start-ups!

10.08.2017  /  3 Minuten Lesezeit

Amadeus Blog: Die Gründerszene kann die Touristik mit frischen Ideen beflügeln und neue Chancen eröffnen – ein Plädoyer, sich an Start-ups zu orientieren und sie wichtig zu nehmen.

Start-ups das sind junge Leute mit genial-verrückten Ideen, die das Leben ein bisschen angenehmer machen – das Ganze verpackt in eine App. So ähnlich jedenfalls. Doch ich möchte dafür plädieren, die Start-up-Szene nicht zu belächeln, sondern vielmehr die Augen offen zu halten. Bei den kleinen, noch unbedeutenden Gründern sitzen oft Menschen, die die Welt anders sehen – und ohne diesen „Beginner’s Mind“ gäbe es heute vieles nicht.

Airbnb hat auch mal kleine Brötchen gebacken

Uber und Airbnb waren Start-ups und heute mischen sie die Branche auf. Ob das gut ist oder nicht, das mag jeder selbst beurteilen. Tatsache ist, dass Airbnb aus dem Übernachtungsmarkt nicht mehr wegzudenken ist. Start-up-Köpfe sehen manchmal Entwicklungen, die in der Masse noch nicht deutlich sind. Vor allem aber orientieren sich die Erfolgreichen konsequent am User und schaffen somit etwas, das wirklich gefragt ist  – Stichwort Design Thinking. Es lohnt sich also.

Höchstens zehn Prozent werden kommerziell erfolgreich

„Start-ups: Ihr habt keine Chance – nutzt sie!“, war die Botschaft des Online Entrepreneurs Uwe Frers dieses Jahr auf der ITB. Die Branche lebt von Technologie, was eigentlich ein gutes Vorzeichen für digitales Jungunternehmertum ist. Doch auch die wenigsten Travel Start-ups schaffen es über die kritischen ersten zwei Jahre hinaus. Welche Chance Start-ups wirklich haben, dazu gibt es viele Zahlen. Man sagt, von zehn verschwinden über die Hälfte komplett und nur eines wird ein kommerzieller Erfolg. Demnach werden 90 Prozent der teils guten Ideen nur als Hobby-Projekte weiter geführt – wenn überhaupt.

Die Kleinen beachten: Beispiele

Ich will versuchen, einen kurzen Blick auf die ganz unbekannten Start-ups unserer Branche zu werfen. Wie diejenigen, die während der Start-up-Night des Travel Industry Clubs (TIC) und des Verband Internet Reisevertrieb (VIR) in Frankfurt und Berlin auftraten: Wer sich auf den Weg von und zum Flughafen macht, kann mit Airports Connected öffentliche Verkehrsmittel mit Taxis vergleichen. Einzelunternehmer von Restaurants, Hotels, Bars oder Clubs finden mit Freachly Influencer. Die stellen kostengünstig Öffentlichkeit her, übernachten dafür unentgeltlich im Hotel. Freety Guideverhilft zu einer geführten Audio-Tour per Handy im ÖPNV. Einheimische zeigen Touristen ihre Stadt: Phojoca vermittelt Guides und Gäste. Lust, einen Mietwagen zu überführen und so supergünstig von A nach B zu kommen? Reveox macht’s möglich.

Augen aufhalten

Ich habe Respekt vor den jungen Unternehmerinnen und Unternehmern, die für eine tolle Idee eine Unmenge an Zeit und Geld investieren und ins Risiko gehen. In Deutschland steigt ihre Zahl kontinuierlich – genauso wie die Zahl gescheiterter Gründungen. Gründungsmetropole ist Berlin, gefolgt von Rhein-Ruhr, Stuttgart/Karlsruhe, München und Hamburg. Start-ups brauchen Geld, viel Geld. Im Schnitt werden 2,2 Millionen Euro Kapital benötigt. Seien wir daher realistisch: den meisten geht unterwegs die finanzielle Puste aus, auch den Guten. Ein Glück daher, dass es „große Unterstützer“ in Form von Venture Capital Unternehmen (VC) gibt. Diese Wagnis-Finanzierer steigen dann ein, wenn sie ein Start-up überzeugt. Die Story muss ebenso stimmen wie die Mannschaft. Überhaupt muss der Founder überzeugen können. Wir bei Amadeus halten die Augen ebenfalls offen: Amadeus Ventures heißt unser Venture Fund, mit dem wir gezielt in Start-ups investieren. Die Grafik unten zeigt, auf welch vielfältige Art und Weise wir das tun. Richtig gut finde ich das.

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